Lokales

"Keine mehrmonatige Vollsperrung"

Aufatmen in Notzingen: Statt einer zehnmonatigen Vollsperrung und einer einjährigen Bauzeit soll nun der Kreisel beim Freitagshof in zehn Monaten komplett gebaut und zudem nur zwei Monate voll gesperrt werden. Ebenso wird infolge des ersten Bauabschnitts auf der L 1207 auch die Kreuzung beim Hohen Reisach und dem Radweg nach Wernau entschärft.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN / KIRCHHEIM Die frohe Botschaft erreichte den Gemeinderat schon gute zwei Wochen vor dem Weihnachtsfest: Notzingens Bürgermeister Flogaus konnte dem Gremium während dessen jüngster Sitzung mitteilen, dass die Vollsperrung für die Kreuzung beim Freitagshof weit kürzer wird, als ursprünglich geplant. Gemeinsam mit seinem Wernauer Kollegen Roger Kehle suchte Jochen Flogaus mit dem Kirchheimer Straßenbauamt nach einer annehmbaren Lösung. Sowohl im Landratsamt als auch beim Straßenbauamt waren schon einige Schreiben eingegangen, die sich über die fast einjährige Vollsperrung dieser Kreuzung beschwerten.

Nun bleibt wenigsten die eine Hälfte des Kreisels für den Verkehr für acht Monate offen. Die Notzinger können wenn auch mit einiger Einschränkung nach Ötlingen und nach Wernau fahren. Abschnittsweise wird es zwischen Kreuzung und Freitagshof für etwa ein oder zwei Monate eine Ampelregelung geben. Dies ist wegen Entwässerungsmaßnahmen und entsprechendem Kanal- und Abwasserbau notwendig.

Die Autos können in dieser Zeit nach Ötlingen auf der bestehenden Trasse fahren, da eine komplett neue, "kurvenentschärfte" Strecke bis zu dem kleinen Waldstück gebaut wird.

Komplett gesperrt ist lediglich der Abschnitt zwischen dem Kirchheimer Hohen Reisach und dem neuen Kreisverkehr. Baubeginn ist laut Planung im März 2005. Zwar behält in diesem Bereich die Straße in groben Zügen ihren ursprünglichen Verlauf bei, ein Kurvenbereich wird jedoch entschärft. Die Längsneigung soll zudem gleichmäßiger verteilt und die Straße "eleganter" auf den neuen Kreisverkehr zugeführt werden. Dazu wird ein Teil der Aushubmasse in diesem Streckenabschnitt untergebracht.

Weil die Trasse leicht verlegt wird, müssen aber einige Bäume der neuen Straße weichen, ebenso am neuen Kreisel. Ausgleichsmaßnahmen sind dafür schon in Planung. Zum einen soll ein weiterer Teil des Bodenbachs renaturiert und zum anderen sollen auf Wiesen in Richtung Ötlingen zahlreiche Obstbäume gepflanzt werden.

An einer zweimonatigen Vollsperrung gegen Ende der Maßnahme führt jedoch kein Weg vorbei. In dieser Zeit werden die vier Stränge an den Kreisel angeschlossen. "Wir haben weit mehr erreicht, als zu hoffen gewagt war", freute sich Jochen Flogaus und hob die gute Zusammenarbeit mit dem Kirchheimer Straßenbauamt hervor.

Aber auch auf Kirchheimer Markung gibt es Verbesserungen. Fußgänger oder Radfahrer, die die Landesstraße zwischen Hohes Reisach und dem Feldweg Richtung Ötlingen überqueren wollten, lebten bislang recht gefährlich: Sie mussten entweder rund 20 Meter auf der in diesem Teil recht unübersichtlichen Straße gehen oder fahren, oder aber im Schotterbett oder im Graben ihren Weg auf dem offiziell ausgeschriebenen Radweg fortsetzen. Hier gibt es in Zukunft Gehwege und eine Mittelinsel, auf der sicher mit Rad oder Kinderwagen der Verkehr abgewartet werden kann. Zudem ist auch eine Linksabbiegespur zum Hohen Reisach vom Freitagshof kommend geplant, was ebenfalls der Verkehrssicherheit dient.