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Keine neuen Kredite trotz hoher Investitionen

Keinerlei böse Überraschungen, dafür erfreuliche Planzahlen gab es bei der Vorstellung des Haushaltsplans 2008 in der jüngsten Sitzung des Schlierbacher Gemeinderats.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH Die finanzielle Lage der Gemeinde ist nach wie vor gut, und Dank der kräftig sprudelnden Steuereinnahmen können auch im kommenden Jahr wieder umfangreiche Investitionen getätigt werden, ohne das Ersparte angreifen zu müssen. Ganz im Gegenteil: Die allgemeine Rücklage soll im kommenden Jahr auf rund 2,2 Millionen Euro anwachsen.

Insgesamt hat der Haushalt 2008 ein Volumen von rund 10,6 Millionen Euro. Davon entfallen 8,4 Millionen auf den Verwaltungshaushalt, 2,2 Millionen auf den Vermögenshaushalt. An die Aufnahme von neuen Krediten, so Bürgermeister Paul Schmid bei der Vorstellung des Zahlenwerks, ist im neuen Jahr nicht geplant. Erfreulich ist die hohe Nettoinvestitionsrate von 331 000 Euro, die allgemeinen Rücklagen der Gemeinde werden so auf 2,28 Millionen Euro steigen.

Gute Nachrichten auch für die Steuerzahler: Die Hebesätze bleiben mit je 300 Punkten für die Grundsteuern A und B sowie 330 Punkten bei der Gewerbesteuer unverändert. Positiv entwickeln wird sich auch der Schuldenstand der Gemeinde. Für 2008 rechnet die Verwaltung mit einer Verschuldung von knapp 1,2 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 308 Euro entspricht. Stellt man den Schuldenstand den Rücklagen gegenüber, ist Schlierbach damit praktisch schuldenfrei.

Wichtige Investitionsschwerpunkte sind im kommenden Jahr der Erhalt und die Modernisierung der örtlichen Infrastruktur. So wird die Sanierung von Abwasserkanal, Wasserleitung und Fahrbahndecke in der Steingaustraße etwa 227 000 Euro kosten. Auch die Restfinanzierung des Anschlusses der Maybachstraße an die B 297 wird mit etwa 210 000 Euro zu Buche schlagen. Etwa 100 000 Euro sind für den Gemeindebeitrag zur Sanierung des Kirchturms eingeplant. Für die weiteren Arbeiten und Planungen rund um das Feld Ortskernsanierung sind 285 000 Euro im Haushaltsplan eingestellt.

Auch die Bachbrücken im Bühlweg und in den Schießgärten müssen ersetzt werden. Hierfür plant die Verwaltung Kosten in Höhe von 80 000 Euro ein.

Hoffnung für SportlerHoffnung gibt es auch für Schlierbachs Sportler: Sollten im kommenden Jahr die beantragten Zuschüsse gewährt werden, will die Gemeinde endlich die Sanierung des Kunstrasenplatzes angehen. Dafür sind insgesamt 310 000 Euro vorgesehen, die Zuschüsse belaufen sich, so sie denn kommen, auf 104 000 Euro. Größter Einzelposten im Planwerk ist die Neubeschaffung des Feuerwehrfahrzeugs. Insgesamt wird das neue Fahrzeug 346 000 Euro kosten, davon sind Zuschüsse in Höhe von 85 000 Euro bereits fest zugesagt. Die notwendigen Sanierungsarbeiten an der Grund- und Hauptschule sind mit 170 000 Euro veranschlagt.

Angesichts der guten finanziellen Lage warnte Bürgermeister Paul Schmid davor, jetzt den eingeschlagenen Kurs einer nachhaltigen Finanzwirtschaft zu verlassen und bemühte das biblische Wort der sieben fetten und sieben mageren Jahre. In guten Jahren müssten Rücklagen für schlechtere Zeiten aufgebaut werden. "Ich spüre jedoch, dass die Begehrlichkeiten wieder zunehmen", so der Rathauschef. Deshalb auch seine Mahnung an den Gemeinderat, den bisherigen Sparkurs weiter beizubehalten.