Lokales

Keine Solarzellen auf freiem Feld

Photovoltaik-Anlagen sollen auf unbebauten Flächen nicht wie Pilze aus dem Boden schießen. Darauf hat sich der Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart bei einer Gegenstimme verständigt.

STUTTGART Gerade in der dicht besiedelten Region Stuttgart, in der durchschnittlich 725 Menschen pro Quadratkilometer leben, müssten Wiesen und Felder vor Bebauung geschützt werden, heißt es in dem Beschluss. Dieser Freiraum- und Landschaftsschutz im Sinne des Allgemeinwohls sei höher zu bewerten als die Tatsache, dass die Stromgewinnung mit Photovoltaik-Anlagen auf der grünen Wiese vermehrt als zusätzliche Einnahmequelle von landwirtschaftlichen Betrieben entdeckt werde.

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"Im Übrigen stehen in der Region Stuttgart genügend nutzbare Flächen für Photovoltaik-Anlagen auf und an Gebäuden zur Verfügung", machte Planungsdirektor Dr. Dirk Vallée deutlich. Würde nur ein Drittel aller geeigneten Dach- und Gebäudeflächen in der Region Stuttgart genutzt, könnte die gleiche Menge Strom erzeugt werden wie in einem Großkraftwerk, sagte er. Raumbedeutsame Anlagen, die einen erheblichen Eingriff in Grünzüge, das Landschaftsbild oder Natur- und Landschaftsschutz darstellen, sind nicht zulässig. Die Verwaltung wurde beauftragt, Planungssicherheit herzustellen, indem Fallgruppen und Kriterien für die Zulassung von Anlagen im Außenbereich gebildet werden.

Das Interesse am Bau von Photovoltaik-Anlagen hat in letzter Zeit deshalb stark zugenommen, weil das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das seit August 2004 in Kraft ist, die Vergütung für Strom aus Solarenergie regelt und damit Investitionssicherheit schafft. Es zielt darauf ab, den Anteil der erneuerbaren Energien langfristig deutlich zu erhöhen.

Da mit Photovoltaik-Anlagen auf saubere Art und Weise Energie gewonnen werden könne, möchte die Region Stuttgart dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten fördern. So soll auf der Basis des regionalen Standortkommunikationssystems eine Flächenbörse geprüft werden, die potenzielle Investoren und Besitzer von Flächen zusammenbringt.

Thomas Bopp (CDU) bezeichnete die Förderung regenerativer Energien als richtig und wichtig. Generell müssten Photovoltaik-Anlagen in der bebauten Fläche untergebracht werden. Allerdings sollten in Einzelfällen auch Ausnahmen möglich sein. Dieser Auffassung schloss sich Andrea Schwarz (SPD) an. Derartige Ausnahmen sollten benannt werden, forderte sie. Außerdem plädierte sie dafür, die Regelungen auch auf thermische Kollektoren auszuweiten, da diese in der Nähe von Freibädern oder in neuen Baugebieten ebenfalls großflächig auf freiem Gelände errichtet werden könnten.

Dorothee Kraus-Prause (Grüne) erkannte bei dem Thema einen klassischen Zielkonflikt. Wir fänden es fatal, wenn wir so restriktiv regulieren würden, dass Einzelentscheidungen nicht mehr möglich wären. Dr. Peter-Michael Valet (Graue) verwies darauf, dass das Regierungspräsidium Freiburg die Großflächigkeit bei vier Hektar gegeben sieht. Alfred Bachofer merkte an, "die Freien Wähler tragen die zurückhaltende Linie der Verwaltung mit".

dl