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"Keine unnötigen Ängste schüren"

"Die Zahl der Studierenden und der Studienabschlüsse hängt nicht von der Tatsache ab, ob es Studiengebühren gibt", widerspricht der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich (CDU) seinem SPD-Kollegen Rainer Arnold.

KIRCHHEIM "In anderen Ländern sind Studienbeiträge längst Standard," betont der CDU-Abgeordnete. In den letzten Jahren seien sie fast überall, auch in Großbritannien, in Australien, den Niederlangen und Österreich eingeführt worden. Nirgendwo sei es zu einem Rückgang der Studierendenzahlen oder zu sozialen Verwerfungen gekommen. Entgegen der Aussage von Rainer Arnold wurde auch an den österreichischen Hochschulen bisher kein Rückgang der Studentenzahlen beobachtet, so Hennrich. Eine Untersuchung des österreichischen Bildungsministeriums bescheinige den zahlenden Studenten im Gegenteil eine höhere Motivation: Die Zahl derer, die im ersten Studienjahr keine einzige Prüfung ablegten, sei drastisch von 53 auf 24 Prozent gesunken. Die durchschnittliche Studiendauer verringerte sich ebenso wie die Zahl der Studienabbrecher.

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"Insofern dürfen hier keine unnötigen Ängste geschürt werden", fordert Hennrich. Die Befürchtungen von Rainer Arnold, Studiengebühren führten zu rückläufigen Studentenzahlen, seien nicht berechtigt. "Ich halte das Ganze für eine Angstkampagne", so Michael Hennrich. Selbstverständlich werde es auch eine sozialverträgliche Ausgestaltung der Gebühren geben.

So planten die meisten Hochschulen eine Zahlung der Gebühren erst nach Abschluss des Studiums in Abhängigkeit von einem Mindesteinkommen. In diesem Fall nehme der Studierende in Höhe der Studiengebühr ein Darlehen bei einer Bank auf. Die Rückzahlung des Darlehens sei erst zu leisten, wenn nach dem Berufseinstieg ein bestimmtes Mindesteinkommen erzielt werde. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau habe ihre Finanzierungsbeteiligung bereits angekündigt. "Bei der Einführung von Studiengebühren handelt es sich schließlich auch um eine Frage der Gerechtigkeit", sagt Hennrich weiter. "Es kann nicht sein, dass beispielsweise Facharbeiter und Handwerker ihre eigene Ausbildung zahlen und mit ihren Steuern noch die Ausbildung der Studierenden finanzieren."

Die jüngsten Zahlen aus dem Bildungsministerium zeigten, dass über 251 Millionen Euro zu unrecht an Studenten und Schüler ausgezahlt wurden. "Das ist das Ergebnis der rot-grünen Geldvergabe nach dem Gießkannenprinzip", so Hennrich. Es erfolge eine Gleichmacherei und keine gezielte Förderung der Bedürftigen.

pm