Lokales

Keine "Verunsicherung"

Schneetreiben und Glatteis bis jetzt geht das leider immer noch mit Blechschäden einher. Ein Grund für die Kraftfahrzeug-Innung, vor dem so genannten "Schadensmanagement" zu warnen, das Versicherungen des Unfallschuldigen gerne den Geschädigten anbieten.

NÜRTINGEN "Bei diesem Schadensmanagement", sagt Alfred Hiller, Pressesprecher der Kraftfahrzeug-Innung, "geht es nicht darum, die bestmögliche Reparatur zu garantieren, sondern die für die Versicherung billigste." Wer unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, hat Rechte.

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Alfred Hiller nennt das oberste Prinzip, das seit Jahrzehnten gilt: "Das Auto muss nach der Reparatur möglichst nah am Zustand vor der Reparatur sein." Ganz werde das Fahrzeug den Makel "Unfallwagen" zwar nicht mehr los, "aber eine fachmännische Reparatur hält den Wertverlust in Grenzen."

Beim Recht auf freie Wahl der Reparaturwerkstatt sollten sich die Autobesitzer nicht von den "Versicherern verunsichern lassen", so Alfred Hiller: Versicherungen hätten nur ein Interesse daran, die Autos in Werkstätten zu schleusen, die möglichst billig arbeiten, weil sie vertraglich an die Versicherungen gebunden sind.

Die Frage sei dann natürlich, wo diese Billigwerkstätten sparten, denn Fachwerkstätten seien nicht überteuert: Dass es hier immer mit rechten Dingen zugehe und die Ansprüche der Geschädigten von den Werkstätten tatsächlich korrekt vertreten werden, lasse sich daran ersehen, "dass unsere Kostenvoranschläge praktisch zu 100 Prozent akzeptiert werden, wenn sich die Sachverständigen der Versicherungen die Fahrzeuge anschauen".

Auch das Recht auf einen Sachverständigen soll sich ein Unfallgeschädigter aus Alfred Hillers Sicht neben der freien Werkstattwahl von den Versicherungen nicht nehmen lassen: "Jedem steht es bei größeren Schäden grundsätzlich frei, einen Sachverständigen seiner Wahl zur Beweissicherung und zur Feststellung von Schadensumfang, Schadenshöhe, Wertminderung, Restwert, Wiederbeschaffungswert und voraussichtlicher Reparaturdauer zu beauftragen. Die Kosten für das Gutachten hat die Versicherung des Schädigers grundsätzlich zu übernehmen."

Die Ausnahme: Bei Bagatellschäden mit einer vorhersehbaren Schadenshöhe zwischen 520 und 770 Euro je nach Gerichtsbezirk "reicht in der Regel als Schadensnachweis eine Reparaturkalkulation der Fachwerkstatt aus. Das dürfte die letzten Zweifel ausräumen, dass bei uns gute Arbeit geleistet wird."

Interessenvertretung für den Geschädigten sei dabei im Preis inbegriffen: "Die frei gewählte Werkstatt handelt wie ein Anwalt des Geschädigten, denn sie setzt gegenüber der Versicherung des Schädigers die korrekten Ansprüche des Geschädigten durch."

pm