Lokales

Keiner weiß, ob 50 Tonnen reichen

Schlierbacher Friedhofsmauer wird abschnittsweise saniert

Die Mauer des Schlierbacher Friedhofs ist in einem sehr schlechten Zustand: Insbesondere an ihrer Nordseite nagt der Zahn der Zeit so sehr, dass Teile der Mauer bereits abgestützt oder gar abgebrochen werden mussten. Nun wird zunächst dieser Abschnitt saniert.

Schlierbach. Ursprünglich hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die gesamte Friedhofsmauer nach und nach in fünf Abschnitten zu sanieren. Der schlechte Zustand der Mauer zwang aber zum Umdenken. So sollen nun die Nordmauer abzüglich eines vor etwa 20 Jahren sanierten Abschnitts, die Nordwestecke der Mauer und ein Stück der Westmauer entlang der Ebersbacher Straße grundlegend saniert werden. Somit ändern sich die Zuschnitte der weiteren geplanten Sanierungsabschnitte.

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Inzwischen hat auch ein Steinmetz die Mauer begutachtet, wie Bürgermeister Paul Schmid berichtete. „Wir kalkulieren zunächst mit rund 50 Tonnen Sandsteinen, die ersetzt werden müssen“, erläuterte Schmid die Befunde des Steinmetzes. Problematisch sei nach Aussage des Experten, dass in der Mauer eben nicht nur Sandstein, sondern auch verwitterungsanfälliger Schiefer verbaut worden sei, der sich im Laufe der Jahre viel schneller zersetzt habe. „Ob die 50 Tonnen allerdings reichen, weiß keiner so genau“, meinte Schmid.

Einen Schuldigen dafür kann heute aber niemand mehr benennen. „Es kann heute keiner mehr sagen, wann die Mauer genau errichtet worden ist“, so Schmid. Ein über 90-jähriger Mitbürger, den er dazu befragt habe, habe jedenfalls keine Erinnerung an den Bau der Friedhofsmauer. Die Bausünden der Vergangenheit aufzuarbeiten wird dementsprechend auch nicht billig für die Gemeinde. Von den acht angefragten Firmen haben lediglich drei ein Angebot abgegeben, wobei sich das günstigste Angebot auf etwas über 117 000 Euro beläuft. „Da sind wir schon auch ein Opfer der derzeit guten Konjunktur“, so Schmid.

Ähnlich sah dies auch der Gemeinderat, der den Weg für die Sanierung des ersten Mauerabschnitts einstimmig freigab. „Die Ecke und der Breiteweg müssen jetzt gemacht werden“, meinte Kurt Moll (CDU). Mit der Ausschreibung und Vergabe der weiteren Abschnitte solle die Gemeinde aber abwarten, bis sich die Konjunktur wieder etwas abschwäche, schlug Moll vor. Diesem Vorgehen konnte auch Jörn Feldsieper (FU) viel abgewinnen: „Dann bekommen wir vielleicht günstigere Preise.“