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Kernige Burschen lassen Motoren knattern und Maschinen vibrieren

KIRCHHEIM Mit nahezu allen Sinnen lassen sich die Oldtimer erfassen, die da zum Start rollen vor

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ANDREAS VOLZ

allem die zweirädrigen: Sprit- und Abgasgeruch verteilt sich gleichmäßig über dem Verkehrsübungsplatz Birkhau in Lindorf. Die Rauchwolken aus dem Auspuff sind nicht zu übersehen, wie auch das Knattern der Motoren kaum zu überhören ist. Und wer nur nahe genug dabeisteht, wird das Gefühl nicht los, auch noch das Vibrieren der Maschinen geradezu körperlich mitzuempfinden. Alle zwei Jahre im September ist das der Normalzustand im Gewann Birkhau, wenn der Motorsportclub Kirchheim seine Oldtimerrallye veranstaltet.

Ruhmreiche Namen sind zu hören und zu lesen: Horex, Puch, NSU, Triumph. Die Fahrer sind meist kernige Burschen, die oftmals den Eindruck hinterlassen, als seien sie noch ein wenig älter als ihre geliebten Gefährte. Und das will schon etwas heißen, wo doch die ältesten Motorräder aus den späten 1920ern stammen. Auch die "Vierradfahrzeuge" lassen vergangene Zeiten auferstehen, quer durch die automobilen Gesellschaftsschichten: Isetta, Käfer, Ente oder Cinquecento sind auf dem Verkehrsübungsplatz ebenso vertreten wie ein Mercedes 280 SL, ein Triumph Spitfire, ein Alfa Romeo Spider 2000 oder ein Jaguar E Serie 1. Die beiden ältesten Autos sind Baujahr 1928.

Die Fahrer absolvieren mehrere Prüfungen. Besonders publikumswirksam ist die Zuverlässigkeitsprüfung: die zweimalige Fahrt über die Alb und durch Kirchheims Innenstadt. Am Ende gibt es Pokale: Gesamtsieger ist der Motorradfahrer Walter Schwestka (NSU Max, 1954), beste Dame ist Cathrin Liebrich (Porsche 914/4, 1972), die beste Mannschaft heißt "Saurier 1" und kommt aus Holzmaden. Der älteste Teilnehmer ist der 76-jährige Wolfgang Liebhard, und die weiteste Anfahrt hatte Walter Schrey aus Recklinghausen.