Lokales

Ki-Fe-Pro: Fünf Kontinente in sieben Tagen

KIRCHHEIM "Die Welt zu Gast bei Freunden" war gestern; derzeit dreht sich in der Raunerschule alles um das Motto "Die Welt zu Gast im

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LISA STRAUSS

Rauner". Passend zu diesem Thema ist jeder Tag des Kinderferienprogramms (Ki-Fe-Pro), welches bereits seit 25 Jahren jeden Sommer vom "Brückenhaus" veranstaltet wird, einem anderen Kontinent gewidmet.

Die Umsetzung des sommerlichen Spektakels ist nur mit tatkräftiger Unterstützung von ehrenamtlichen Mitarbeitern möglich. Einer von ihnen ist Thorsten Mammele, schon seit sechs Jahren dabei, und nach eigenen Angaben "Mädchen für alles." Das gesamte Projekt steht unter der Leitung von Christoph Lempp. Während der sieben Tage wird er von Mitarbeitern und Kindern liebevoll "Stoffer" gerufen.

Der Tagesablauf ist auf Kultur und Geschichte des jeweiligen Mottos abgestimmt. Schon um 10 Uhr, also eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung des "Amerikatages

", herrscht reges Treiben auf dem Schulhof der Raunerschule. Einige Jungs kicken. Währenddessen kommen immer wieder Mütter, die ihre Kinder abliefern. Eine von ihnen ist Sarah Adhanom, die ihren neunjährigen Sohn Jordan zum Ki-Fe-Pro angemeldet hat. Ihr gefällt das diesjährige Motto "Die Welt zu Gast im Rauner", weil die Kinder dabei spielerisch verschiedene Kontinente und damit deren Kulturen kennenlernen. Dieses spielerische Lernen ist laut Organisator Christoph Lempp auch der eigentliche Sinn und Zweck des diesjährigen Ki-Fe-Pro.

Lucas Heer, einer der kickenden Buben, ist begeistert von dem abwechslungsreichen Programm und den netten Betreuern. Sein Freund Lukas Helbing stimmt dem zu und lobt zudem das leckere Essen. Darauf freut er sich heute, am "Amerikatag", ganz besonders, da er auf Hamburger spekuliert. Er hat Recht: Die Hamburger sind das kulinarische Highlight für alle Kinder in dieser Woche.Selina Ginzinger bringt ihre Begeisterung über das Ki-Fe-Pro mit den einfachen Worten: "Perfekt, einfach super hier, nette Leiter!" auf den Punkt. Als das Oberhaupt alias Stoffer lautstark den Amerikatag eröffnet und die "UNO-Flagge" gehisst wird, gibt es kein Halten mehr: Alle Kinder strömen ins Innere der Raunerschule, wo der Beginn des Tages mit dem Singen der Begrüßungshymne bekräftigt wird, in der jeder der fünf Kontinente besungen wird.

Danach löst sich die Menge auf und jedes Kind begibt sich auf "seinen" Kontinent. Dort werden verschiedene kreative Aktivitäten angeboten. In Amerika kommt beim Anblick selbstgebastelter Sombreros trotz Dauerregens Urlaubsfeeling auf. Beim indianischen Sonnentanz ist Tim Eisele der "Hahn im Korb". Andere Jungs ziehen es vor, sich mit dem Basteln von Flugzeugen zu beschäftigen. In Asien wird beim Schattentheater noch die traditionelle Hammernarkose angewandt.

Auf allen Kontinenten bereiten sich die Mädchen und Jungen auf das große Abschlussfest am morgigen Samstag vor. Dann werden die Eltern quasi auf eine "Weltreise" entführt. Während die einen werkeln und basteln, können sich die etwas Wilderen zwischenzeitlich auf dem "Weltspielplatz" austoben. Maria Bauer füllt gerade einen "Antrag auf Umbürgerung" aus. Diesen muss sie anschließend bei der UNO abgeben, da sie gerne von Asien nach Amerika wechseln würde.

Verständigungsprobleme kommen dank der eigenen "Post" nicht auf. Sie übermittelt Nachrichten zwischen den verschiedenen Kontinenten. Eigens für diese wichtige Aufgabe wuden zwei kleine Postboten engagiert, die ihrer Aufgabe gewissenhaft nachgehen. Zur Zubereitung von Speisen konstruierten die "kleinen Handwerker" selbst einen Solarbackofen dieser wird angesichts der derzeitigen Wetterlage eher zu dekorativen Zwecken genutzt.

Auf große Begeisterung stieß auch der Tagesausflug, der außer verschiedenen Völkerkundemuseen die Stuttgarter Wilhelma zum Ziel hatte. Dort konnten die Kinder Tiere aus aller Welt bestaunen.

Das umfangreiche Programm, das die Kinder mitreißt, ist nur durch großzügige Spenden vieler Kirchheimer Firmen und Privatpersonen möglich.