Lokales

"Kinder kosten Geld"

Als "Unverantwortlich" bezeichnet die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) das "derzeitige Chaos der Bundesregierung in der Familienpolitik".

KIRCHHEIM/GÖPPINGEN "Der großen Koalition fehlen derzeit klare Positionen, wohin die Familienpolitik in Zukunft gehen soll", betonte Akos Csernai-Weimer, KAB-Sekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung beim Treffen der Vertreter Junger Familien in der KAB in Göppingen.

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"Ein Gesamtkonzept für einen gerechten Familienleistungs- und Familienlastenausgleich ist nirgendwo zu sehen", sagte Csernai-Weimer. Er forderte die Absetzbarkeit für Kinderbetreuungskosten ab dem ersten Euro und bereits ab der Geburt. "Kinder kosten Geld und dafür benötigen Familien einen gerechten Familienlastenausgleich", so Csernai-Weimer. Eine Familienpolitik nach Kassenlage verbiete sich angesichts der demografischen Situation in Deutschland sowie den Belastungen, denen Familien ausgesetzt sind.

Kritik übten die Teilnehmer auch an der bisherigen Ausgestaltung des Elterngeldes. "Wir begrüßen die Weiterentwicklung des Erziehungsgeldes zu einer Lohnersatzleistung", betonten alle Anwesenden. Gleichzeitig führe aber die Einführung eines Elterngeldes zum Wegfall des Erziehungsgeldes und diskriminiere so Familien ohne Erwerbseinkommen.

Csernai-Weimer kritisiert besonders die nun entstehende Situation von allein Erziehenden und Empfängern von Arbeitslosengeld II. "Sie sind die eigentlichen Verlierer der jetzigen familienpolitischen Reformen, da ihnen droht, weniger Geld als bisher zu erhalten."

pm