Lokales

Kinder vor blauem Dunst schützen

"Im Kinderland Baden-Württemberg müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen", fordert der Kirchheimer CDU-Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann. "Deswegen müssen Kindergärten und Schulen rauchfrei werden."

KIRCHHEIM Die CDU-Landtagsfraktion hat die Landesregierung gebeten, eine gesetzliche Regelung über einen umfassenden Nichtraucherschutz vorzubereiten und schnellstmöglich einen entsprechenden Gesetzesentwurf auf den Weg zu bringen. "Uns liegt vor allem der Schutz der Kinder und Jugendlichen am Herzen. Was in Italien, Holland, der Tschechischen Republik, in Großbritannien und Portugal ab 2007 kommt, muss auch bei uns möglich sein", sagt Zimmermann.

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Darüber hinaus fordert die CDU auch einen umfassenden Nichtraucherschutz in allen öffentlichen Gebäuden. Aus der Gastronomie erhalte er ein positives Feedback, berichtet der Kirchheimer Landtagsabgeordnete. Dort wo man auf freiwilliger Basis in rauchfreie Gaststuben eingestiegen ist, werde dies von den Gästen hervorragend angenommen.

Karl Zimmermann weiß aber auch, dass man sich hier und da schwer tut, die Entscheidung aus eigener Kraft zu treffen. An Schulen befürchte man zum Teil eine Verlagerung der Raucherecken auf die Nebenstraßen der Schulen oder gönne dem Lehrer seine Pausenzigarette in der Hoffnung, somit anschließend eine ausgeglichenere Lehrkraft bei den Schülern zu haben. "Das können aber alles keine Gründe sein, den Nichtraucherschutz hinten an zu stellen. Wer Nichtraucherschutz will, muss dies auch mit einer gewissen Konsequenz verbinden", ist Zimmermann entschlossen.

Nach Erhebungen des Statistischen Landesamtes seien über 77 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg Nichtraucher, 20,3 Prozent rauchen regelmäßig und 4,2 Prozent gelegentlich, betont Zimmermann. Passivraucher könnten laut Aussage des Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg die gleichen chronischen Krankheiten bekommen wie Raucher. Kinder seien besonders empfindlich für die Folgen des Mitrauchens, auch wenn sie dem Tabakrauch in Innenräumen nur kurzfristig ausgesetzt sind. Passivrauchen könne ursächlich für verzögertes Lungenwachstum, eingeschränkten Geruchsinn, die Entstehung von Karies, Verhaltensauffälligkeiten und Übergewicht im Kindesalter sein.

Häufige Folgen, so Zimmermann, seien außerdem eine erhöhte Anfälligkeit für akute und chronische Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen, Atemwegserkrankungen und Asthma. "Die Untersuchungsergebnisse des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg zwingen uns zum Handeln aus Verantwortung für unsere Kinder und Jugendlichen und zum Schutz einer nichtrauchenden Mehrheit der Bevölkerung."

pm