Lokales

Kinder zur Nächstenliebe erziehen

Sibylle Lehmann hat von der letzten Landessynode berichtet, bevor am Sonntag die Kirchenwahlen stattfinden. Das evangelische Kirchenparlament traf noch letzte wichtige Entscheidungen und nahm von kirchlicher Seite den geplanten Staatskirchenvertrag mit dem Land Baden-Württemberg an.

OWEN Am Ende des Owener Sonntags-Gottesdiensts nannte Sibylle Lehmann die wichtigsten Entscheidungen der Synode. So soll ab nächstem Jahr jeweils der 9. November als Gedenktag für die Opfer des Naziterrors begangen werden. Besonders der jüdischen Opfer solle gedacht werden, weshalb als Termin das Datum der "Reichspogromnacht" gewählt wurde. Kirchen und Kommunen könnten es sich gemeinsam zur Aufgabe machen, angemessenes Gedenken zu ermöglichen.

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Sehr erfreut berichtete Sibylle Lehmann, die für die "Lebendige Gemeinde" wieder kandidiert, dass aus den Mehreinnahmen der Kirchensteuer künftig 10 Prozent zukunftsorientiert verwendet werden für missionarische Aktionen im Inland wie im Ausland.

Ein Novum war ein gemeinsamer Sitzungstag der württembergischen und der badischen Landessynode aus Anlass des neuen Staatskirchenvertrags. Während alle deutschen Landeskirchen schon längst klar geregelte Abkommen mit den Landesregierungen hatten, hing es in Württemberg von der Gesprächssituation und Haushaltslage ab, inwieweit der Staat kirchliche Dienstleistungen vergütet. Nun wurde ein Vertrag beschlossen, der in Zukunft genau regelt, wie der von kirchlichen Lehrern erbrachte Religionsunterricht vergütet wird. Zudem überweist das Land jährlich einen Betrag als Entschädigung für die Kirchengüterenteignung im 19. Jahrhundert. Sibylle Lehmann zeigte sich recht dankbar, dass nun eine verlässliche Partnerschaft geregelt ist. Nun müsse dies nur noch der Landtag beschließen. Lehmann meinte, für sie sei ein grundlegender Passus des Vertrags, dass die Kinder im Land "in Ehrfurcht vor Gott und zu christlicher Nächstenliebe" zu erziehen sind.

Enttäuscht äußerte sich Sibylle Lehmann darüber, dass sich ein Gesprächskreis so kurz vor der Wahl zu profilieren versuche durch Verleumdungen gegenüber der "Lebendigen Gemeinde". Dies sei nach sechs Jahren überwiegend harmonischen Arbeitens sehr traurig. Dafür hätten sich die anderen drei Gruppierungen in der Synode deutlich gegen solch ein unchristliches Vorgehen ausgesprochen.

eg