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"Kirche ist, wo Gemeinde lebt"

Den bevorstehenden Kirchenwahlen stellt sich der Gesprächskreis "Lebendige Gemeinde" im Wahlkreis Kirchheim-Nürtingen mit bewährten Synodalen und einem erfahrenen Gemeindepfarrer. Mit dem Motto "Kirche ist, wo Gemeinde lebt" wollen sich Sibylle Lehmann, Dieter Schenk und Heinz-Michael Souchon für eine an den Bedürfnissen der Ortskirchengemeinden orientierte Landeskirche einsetzen.

EKKEHARD GRAF

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KIRCHHEIM Der Arbeitskreis "Lebendige Gemeinde" verfügt als einziger von allen drei Gruppierungen, die im Wahlkreis Kirchheim-Nürtingen kandidieren, über Synodale mit Erfahrung, die sich nochmals der Wahl stellen.

Dabei unterscheide sich Kirchenpolitik wohltuend von der allgemeinen Politik, weil man sich durch den gemeinsamen Glauben verbunden wisse und immer im Gespräch miteinander bleibe. Diese Erfahrung hat die 61-jährige Sibylle Lehmann bewogen, nochmals zu kandidieren, weil sie jetzt gut eingearbeitet sei. Neben ihrem vielfältigen Engagement in der Familie und in der Dettinger Kirchengemeinde, möchte sich Sibylle Lehmann im württembergischen Kirchenparlament dafür einsetzen, dass die Kirche an der Bibel orientiert bleibt und dass der Glaube an Jesus Christus weitergegeben und gestärkt wird.

Die Kirchengemeinden sollen Orte der Geborgenheit sein inmitten einer immer schwieriger werdenden Lebenswelt. Christen sollten in die Gesellschaft hineinwirken in Wort und Tat. Darüber hinaus müsse die Kirche auch weiterhin aktiv dazu beitragen, dass das Evangelium von Jesus Christus durch die Mission in die ganze Welt gebracht wird.

"Unsere Landeskirche muss eine zum Glauben an Jesus einladende und damit wachsende Kirche bleiben", ist der Wolfschlugener Landessynodale Dieter Schenk (41) überzeugt, weshalb er nach zwölf Jahren in der Synode nochmals kandidiert. Zudem ist er schon seit vielen Jahren als Kirchengemeinderat in Wolfschlugen und als Bezirkssynodaler in Nürtingen engagiert.

Dieter Schenk nennt als Motivation, sich in diesem zeitintensiven Ehrenamt der Kirchenleitung einzubringen: "Meine Situation als Familienvater, Geschäftsführer eines Herstellers für Dachbegrünungen und engagiertes Kirchenmitglied veranlasst mich immer wieder, mich dafür einzusetzen, dass die Mitarbeit in der Landessynode auch für Berufstätige in der freien Wirtschaft möglich bleibt. Ich möchte daran mitwirken, dass unsere Landeskirche eine zum Glauben an Jesus Christus einladende und damit wachsende Kirche bleibt. Daneben liegt mir besonders die Situation der Gemeinde vor Ort am Herzen. Ich möchte, dass die Landessynode die notwendige Bodenhaftung behält."

Der 46-jährige Neuffener Pfarrer Heinz-Michael Souchon war bisher noch nicht in der Synode, aber er möchte künftig seine langjährige Erfahrung als Gemeindepfarrer einbringen. "Im Blick auf den wahrnehmbaren gesellschaftlichen Wandel, ist es mir wichtig, Gemeinden und Kirche für diese Herausforderungen fit zu machen", bekennt Heinz-Michael Souchon. Dies gelte nicht nur für die Finanzen, sondern speziell für die Familien- und Seniorenarbeit.

"Mit den Gemeinden im Neuffener Tal erproben wir deshalb mit dem Projekt 'Wachsende Kirche' neue Formen der Zusammenarbeit und der Gemeindeentwicklung über Gemeindegrenzen hinweg. Aus dieser Erfahrung will ich in der Landessynode mithelfen, dass, solange die Kirche ausreichende Ressourcen hat, die Strukturen so umgestaltet werden, dass auch bei schwindenden materiellen Möglichkeiten Menschen mit dem Evangelium erreicht werden und Kirche gebaut wird".

Dazu brauche es starke Gemeinden, in denen Glaube an Jesus Christus gelebt und weitergegeben werde. "Nur von dieser klaren Mitte des Evangeliums her wird die Gemeinde Jesu Christi mit ihrem missionarischen und diakonischen Handeln weite Kreise ziehen".