Lokales

Kirchengemeinde in ihrer Vielfalt

Im Rahmen eines Gemeindeforums stellte sich die Evangelische Kirchengemeinde den Mitgliedern und den Vertretern der bürgerlichen Gemeinde in Notzingen vor. Stärken und Schwächen des Gemeindelebens sowie Möglichkeiten der zukünftigen Zusammenarbeit und Weiterentwicklung standen im Mittelpunkt.

PETER SCHUSTER

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NOTZINGEN Das Gemeindeforum war eine neue Form der Kirchenvisitation, die Dekan Hartmut Ellinger und Schuldekan Christian Buchholz im Kirchenbezirk Kirchheim durchführten. Visitationen derDekane fanden normalerweise im Gespräch zwischen dem Geistlichen am Ort und den Dekanen statt. Mit der Visitation in Form eines Gemeindeforums beschritten die Dekane Neuland.

Nach der Kurzandacht von Pfarrer Reimar Krauß und der Begrüßung durch Albrecht Hettinger, den Vorsitzenden des Kirchengemeinderats in Notzingen, stellten sich unter dem Motto "Die Kirchengemeinde in ihrer Vielfalt" die einzelnen Kreise mitSchautafeln vor. In einer Gesprächsrunde konnten sich dann die Anwesenden informieren und die Leiter der Kreise befragen. Teentreff, Seniorenkreise, Krabbelgruppe, Hahnsche Gemeinschaft, Frauenkreise sowie zahlreiche andere Gruppen kamen zu Wort.

Im zweiten Teil des Abends kam Bürgermeister Flogaus zu Wort, ebenso der Sprecher der Vereine in Notzingen, Wolfgang Schäfer. Bürgermeister Jochen Flogaus unterließ es nicht zu sagen, dass er seine Betrachtung der Aktivitäten der Notzinger Kirchengemeinde nicht als jemand mache, der die Sache von außen betrachte, sondern der sich selber als Teil der Kirchengemeinde sieht. "Die Kirchengemeinde hat mit dem neuen Evangelischen Gemeindehaus eine hervorragende Grundlage für die Arbeit am Ort geschaffen", betonte Jochen Flogaus. Berührungspunkte mit der bürgerlichen Gemeinde gebe es unter anderem in der Seniorenarbeit, der Schule, und dem Krankenpflegeverein. Dankbar zeigte sich der Bürgermeister über sämtliche Jugendarbeit, die die Kirchengemeinde übernehme. In diesem Bereich werde es "immer schwieriger, etwas auf die Beine zu stellen".

Erinnert wurde in der anschließenden Diskussion an das Thema der offenen Jugendarbeit, über die es damals Gespräche zwischen Vertretern der "Lokalen Agenda" und Mitgliedern des Kirchengemeinderats gegeben hatte. Allerdings waren die damaligen Planungen aufgrund von räumlichen Problemen und unterschiedlichen Meinungen über die konzeptionelle Ausrichtung im Sande verlaufen. Als weitere Vertreter hatten der Vorsitzende des Ortsausschusses der katholischen Kirche und der Sprecher der Vereine am Ort die gute Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde hervorgehoben.

Der dritte Teil stand unter dem Motto "Was steht für die Zukunft an". In Kleingruppen wurden Problemkreise besprochen und Perspektiven entwickelt, Fragen aufgeworfen, Antworten formuliert und auf Zettel aufgeschrieben. Dabei kam zum Ausdruck, dass vor allem das Thema kirchliche Jugendarbeit weiterhin im Zentrum der Bemühungen stehen muss, da es nicht für alle Jugendlichen Angebote gebe. Einzelne forderten eine stärkere Wertevermittlung in der Jugendarbeit.

Ein positives Resümee dieser neuen Form der Kirchenvisitation zog Dekan Hartmut Ellinger, da er jetzt nach dem Gemeindeforum wisse, was in der Evangelischen Kirchengemeinde in Notzingen "an Alltagsarbeit geleistet wird".