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Kirchheim diefreundliche Stadt? Zum ...

Kirchheim diefreundliche Stadt?

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Zum Artikel "Alles okay beim Gang aufs WC?" im Teckboten am 11. August 2006:

Seit einiger Zeit gefällt mir Kirchheim nicht mehr!

Dieser Beschluss, am Schweinemarkt keine Toiletten zu bauen, gibt den Anlass, an unsere Vertreter zu schreiben. Allein die Tatsache, die Toiletten im gesamten Stadtgebiet abzuschaffen, ist ein Rückfall von der Zivilisation ins Mittelalter. Wieso ist der "Probelauf Toiletten in Gaststätten" nicht schon abgeschlossen? Frau Matt-Heidecker hat uns vor ihrer Wahl zugesagt, sich um das Problem WC zu kümmern. Wenn jetzt keine Toiletten in den Neubau Schweinemarkt eingebaut werden, was sollen dann die Erkenntnisse nach einem Probejahr? Dann geht nichts mehr.

Stellen Sie sich vor, eine Familie mit 2 oder drei Kindern kommt in unsere Stadt und alle müssen mal! Wohin? Gerade da ist keine Gastronomie in Sicht, oder hat noch geschlossen. Über das riesige Büro an der Ausfahrt der neuen Garage kann man sich nur wundern. Hier kann man Toiletten mit Aufsicht verbinden. In anderen Städten wird das besucherfreundlich geregelt. In der Garage "Fischerviertel" in Ulm sind die Toiletten in einem Topzustand und die Aufsicht ist gleich in der Nähe.

Jetzt klingt es banal, wenn ich noch zu der neuen Beleuchtung eine Bemerkung mache. So notwendig war die nicht, kostet sehr viel Geld und jeder Hund hat einen neuen "Baum". Wann wurden die alten Lampen das letzte Mal gereinigt? Pflege schützt und erhält! Ich hoffe nur, die Abfallbehälter werden nicht auch eingespart. Wer kassiert eigentlich die beschlossene Strafgebühr für weggeworfene Zigarettenkippen?

Im Teckboten werden uns zurzeit neue Gemeinderatsmitglieder vorgestellt. Ich hoffe, die fahren nicht nur im alten Fahrwasser mit. Christa Wolf Pirolweg, Kirchheim

Naturschutz nicht nurim "Jetzt" denken

Zum Leserbrief "Wo bleibt der Naturschutz?" von Eberhard Veil im Teckboten am 7. August:

Wenn ich die Gedankenwelt des Herrn Veil mit ihm zu Ende denke, kann ich ihn gut verstehen. Allerdings sieht real betrachtet die Sache ganz anders aus, wenn man Naturschutz nicht nur im Jetzt denkt, sondern die Fehler der Vergangenheit und die Chancen der Zukunft endlich konstruktiv berücksichtigt.

Bei allem sozialen und gesellschaftspolitischen Respekt vor jedem zu erhaltenden Arbeitsplatz kann die Natur, die gerade bei uns überstrapaziert wird, nun mal gar nichts dafür, dass der Mensch nicht fähig ist, sein Überleben intelligenter und fortschrittlicher zu gestalten, sondern eben die Grundlage die Natur, also Boden, Wasser und Luft im unerträglichen Maße zu missbrauchen.

Würde es keine handelnden Menschen geben, wie zum Beispiel die Naturschützer aus dem Lenninger Tal, wären die Flüsse, Seen, die Luft und die Nahrungsmittel, die man jetzt Gottseidank immer öfter bewusst aus der Region kauft, nicht in dem relativ guten Zustand, der für einigermaßen unglobalisierte Menschen akzeptabel ist. Der teuere Boden Baden-Württembergs wäre bald noch mehr zubetoniert und verbraucht, wie er dies durch Straßen, Messegelände, kommende Schnellbahntrassen und andere Dinge, die meistens nicht dem ansässigen steuerzahlenden Volk zugute kommen, leider schon ist.

Die von Herrn Veil kritisierten, wie er es nennt, Waldklosetts der Wanderer, Griller, und der Naturfreunde, haben in ihrer Halbwertzeit eine wesentlich kürzere Quote als Beton, Abgase oder Chemikalienvergiftungen des Wassers. Davon abgesehen, dass dies ein anderes Thema ist, würde mich interessieren, wie er das von niemand zu bestreitende Problem der Menschendichte am Wochenende auf der Alb und ihren Ausläufern in den Griff bekommen wollte. Vielleicht mit einer Maut für Autos, die nicht ein Esslinger Kennzeichen haben und die sich ab Dettingen weiter südlich bewegen wollen. Dann wären wir gespannt, was die Maut am Fuße des Rotenberges kosten würde.

Werner Dannemann

Kirchheim, Pirolweg

Ich habe einen Zorn

Vor kurzem sollten von interessierter Seite den Bürgern Kirchheims ein paar Eisenstangen als "Portal" zur Innenstadt untergejubelt werden; eine Stadträtin der Grünen nannte die Idee sogar noch "gagig". Dieser "Gag" sollte die Kleinigkeit von 25 000 Euro kosten, er ist gerade noch einmal verhindert worden.

Von einem weiteren solchen "Gag" konnte man am Dienstag, 8. August, auf Seite 13 des Teckboten lesen: Entlang der westlichen Schöllkopfstraße, im Abschnitt zwischen Zeppelinstraße und Annabergstraße, wo es bereits einige Bäume und einen niedrigen Heckenzug gibt, werden 15 neue Bäume gepflanzt zu Gesamtkosten von 37 000 Euro! Im Klartext: Die Pflanzung jedes Baumes kostet fast 2500 Euro! Dafür müssen viele Menschen einen Monat arbeiten, um diesen Betrag zu verdienen.

Ist man in Kirchheim von allen guten Geistern verlassen? Wie kann das betreffende städtische Amt so etwas planen, so mit dem Geld der Bürger umgehen? Wie kann die Verwaltung einen solchen Plan den Gemeinderäten zur Beschlussfassung zuleiten? Wie kann der Technische Ausschuss des Gemeinderats dieser Planung mehrheitlich zustimmen? Man greift sich an den Kopf! Überall soll gespart werden (z.B. Kürzung der Zuschüssse für vhs, weitgehende Schließung der öffentlichen Toiletten . . ) und nun das!

Da soll noch jemand sagen, in Kirchheim müsse man sparen und werde gespart. Alles verlogen. Nichts davon stimmt. Geld hat man für alles aber nicht für wesentliche Dinge, nicht für notwendige Dinge. Planungen und Beschlüsse wie oben angeführt bezeichne ich als Zumutung, ja als Unverschämtheit.

Dr. Heinrich Freier

Sudetenstraße, Kirchheim

Zukunfts-Desaster fürdie junge Generation

Zu verschiedenen Berichten, unter anderem über Kürzungen für vhs und FBS im Teckboten am Mittwoch, 2. August:

Da werden 20 Millionen Euro in den märkischen Sand gesetzt, 13 000 Polizisten "missbraucht", ein ganzer Landstrich DDR-like "terroristenfrei" gesäubert, nur damit ein neurotischer Politiker einer verklemmten Pastorentochter beim Spanferkelessen einen Wangenkuss der "politischen Freundschaft" verabreichen kann!

Zugleich werden dringend benötigte Sozialprojekte an Schulen finanziell gekürzt oder der vorgeblichen Geldnot geopfert, werden Zuschüsse für Volkshochschulen und Familienbildungsstätten überfallsartig entzogen, weil angeblich fehlende Gelder dies erfordern.

Da wollen die kinderlosen "Profallas" und "Schavans" die überwunden geglaubte Sippenhaftung für "erwachsene, mündige Kinder" wieder einführen, um sich zugleich von diesen im Alter ungeniert "freihalten" zu lassen. Zugleich wird aber die berufliche Zukunft dieser Generation sukzessive eingeengt und unterminiert.

Es ist schon ein sozial-politisches Zukunfts-Desaster für die heute junge Generation, das von der sich gesamtpolitisch "die Verantwortlichen" bezeichnenden Klientel inszeniert und in die Wege geleitet wird. Da erscheint es wie eine zusätzliche Bestätigung des von Missachtung, Entwertung und Entwürdigung geprägten "amerikanisierten" zwischenmenschlichen Umgangs, was aus den Konzernetagen von Daimler-Chrysler an die Öffentlichkeit dringt. In unseren Kindern gestalten und initiieren wir unser aller Zukunft? Fragt sich nur, welche?

Dr. Matthias Komp

Annabergstraße, Kirchheim

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.