Lokales

Kirchheim sagt dem Dreck den Kampf an

Dreck in der Innenstadt und Müll in der Landschaft haben die Emotionen in Kirchheim häufig hochkochen lassen. Der Kampf gegen den Unrat gipfelt nun in einer gemeinsamen Aktion von Verwaltung, Gemeinderat, Vereinen, Schulen, Kindergärten und Bürgern: Am Samstag, 19. März, steigt der Erste Kirchheimer Markungsputz.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Noch verhüllt undurchdringliches Weiß allen Dreck, putzen macht da wenig Sinn. Petrus hat Kirchheims Saubermänner zum Warten verdammt: Die ursprünglich für den kommenden Samstag geplante Putzete musste um drei Wochen verschoben werden.

Die Stadtpläne, auf denen mit bunten Farben Terrains markiert sind, liegen längst auf dem Tisch im Tiefbauamt. Geschäftskreisleiter Martin Zimmert hat die Putzete generalstabsmäßig vorbereitet. "Punkt neun Uhr treffen sich die bereits angemeldeten Aktiven und alle Bürger, die sich für eine saubere Stadt engagieren wollen, an ausgesuchten Einsatzorten", teilt er mit. Dort werden sie von eigens eingewiesenen ehrenamtlichen Einsatzleitern, die sich schon im Vorfeld engagiert kundig gemacht haben, empfangen und über "ihr Gebiet" informiert.

Mehr als ein Dutzend Gruppen machen sich anschließend über ebenso viele abgegrenzte Areale her. Jede Menge Plastiksäcke liegen bereit. In den Startlöchern stehen auch Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und der Wendlinger Firma Heilemann, die die Abfuhr kostenlos übernimmt sowie Container stellt. Der Landkreis verzichtet auf Deponiegebühren.

Eine ganze Reihe von Helfern hat im Vorfeld schon ihre Unterstützung zugesichert: "Wir haben die Vereine angeschrieben und natürlich die Schulen und Kindergärten", berichtet Martin Zimmert. Gerade beim Nachwuchs erhoffen sich die Initiatoren einen nachhaltigen Effekt. Die Einsatzgebiete wurden nicht zuletzt auch unter dem Aspekt der persönlichen Identifikation mit dem Gebiet ausgewählt. So versteht es sich fast von selbst, dass beispielsweise die Teckrealschüler rund um ihre Schule und den Rambouillet-Platz Hand anlegen. Integriert ins Gesamtkonzept wurden auch einzelne ältere Initiativen wie die traditionelle Bachputzete der Fischer.

Organisatorische Überlegungen bestimmen maßgeblich die Einteilung der Gebiete. Klar ist etwa, dass kleinere Kinder nicht gerade am Bach eingesetzt werden. Die Fußgängerzone ist tabu nicht etwa, weil es dort nichts zum Aufsammeln gäbe, sondern einfach, weil sie am Samstagvormittag zu belebt ist.

Die auserwählten Areale garantieren Erfolgserlebnisse zu Genüge. Um die Arbeit gewissermaßen zu dokumentieren, werden die prall gefüllten Säcke zunächst am Bauhof gesammelt. Dort finden sich die Helfer der Kernstadt nach Abschluss der Aktion zur Mittagszeit zu einem kleinen Vesper ein. Die vier Teilorte, die unter der Ägide ihrer Ortsvorsteher alle mit von der Partie sind, organisieren ihren Abschlussimbiss selbst vor Ort.Jetzt setzen die Initiatoren auf große Unterstützung seitens der Bürgerschaft und des Gemeinderates, der die Putzete im Juli vergangenen Jahres beschlossen hat. Hintergedanke war damals, einerseits die Sauberkeit der Stadt und Umgebung zu verbessern, andererseits aber auch das "Wir-Gefühl" der Kirchheimer zu verstärken.

Jeder, der mitmachen will, soll sich einfach ohne Anmeldung am Samstag, 19. März, pünktlich um 9 Uhr an einem der unten genannten Treffpunkte einfinden. Darüber hinaus gibt es noch weitere Treffpunkte, die allerdings geschlossenen Gruppen vorbehalten sind. Zur obligatorischen Ausrüstung gehören festes Schuhwerk, robuste Kleidung und vor allem Arbeitshandschuhe. Wer über ein Gerät verfügt, um Müll vom Boden aufzuspießen, sollte dieses mitbringen. Geputzt wird bis um 11.30 Uhr, ab 12 Uhr ist das Vesper beim Bauhof anberaumt.

Im Bauhof laufen am Sammeltag alle Drähte zusammen. Die Hotline für Notfälle lautet 0170/3324504. Wer sie wählt, hat Tiefbauamtsmitarbeiter Thomas Hilbig an der Strippe.

Ehrensache ist, dass sich auch die vier Ortsteile an der ersten gemeinsamen Putzaktion beteiligen. In Jesingen und Nabern findet der Abschlussimbiss jeweils in den Feuerwehrmagazinen statt, in Lindorf im Bürgerhaus und in Ötlingen im Haus der Vereine.

TREFFPUNKTEUm 9 Uhr sind am 19. März putzwillige Bürger willkommen am ENBW-Werk in der Hahnweid-

straße am Kindergarten Schafhof am Hahnweide-Parkplatz bei der Grünschnittsammelstelle in

der Saarstraße bei der Teck-Realschule am Waldkindergarten am Feuerwehrmagazin Jesingen am Feuerwehrmagazin Nabern am Bürgerhaus Lindorf am Haus der Vereine in Ötlingen,

nur hier schon um 8.45 Uhr.