Lokales

Kirchheim will keinen vermehrten Fluglärm

Mit deutlicher Mehrheit hat der Kirchheimer Gemeinderat eine Resolution zu den Ausbauplänen am Stuttgarter Flughafen verabschiedet. In dem Text, der an den Ministerpräsidenten und an die Fraktionsvorsitzenden im Landtag geschickt wird, fordert die Stadt Kirchheim, auf den Bau einer zweiten Start- und Landebahn zu verzichten.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker sprach in erster Linie von der Lärmbelästigung. "Die Startbahn würde näher an Kirchheim heranrücken, wesentlich mehr Flugzeuge würden starten und landen." Besonders beeinträchtigt wäre in diesem Fall der Kirchheimer Ortsteil Ötlingen.

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Marianne Gmelin (SPD) stellte fest, dass der Kirchheimer Gemeinderat zur zweiten Start- und Landebahn sowie zur Lockerung des Nachtflugverbots Position beziehen müsse. Für sie war der Fall eindeutig: "Das kann nur die Ablehnung sein."

Gleiches galt in der Gemeinderatssitzung für Hagen Zweifel. "Die Freien Wähler lehnen den Ausbau rundweg ab", betonte er als Fraktionsvorsitzender. Allerdings zeigte er sich schon gespannt, wie die Landesregierung es fertigbringen werde, die Einwände aus dem Landkreis Esslingen zu umgehen.

Dr. Silvia Oberhauser von der Frauenliste hält Lärmvermeidung für den besten Lärmschutz. Außerdem sprach sie sich im Gemeinderat auch aus medizinischen Gründen gegen die Verkürzung der Nachtflugverbotszeit aus.

Andreas Schwarz, Vorsitzender der Fraktion Grüne Alternative, lehnt die Ausbaupläne des Stuttgarter Flughafens ebenfalls rundweg ab. Nicht nur die Verfügbarkeit von Grund und Boden habe ihre Grenzen. Dasselbe gelte auch für "die Aufnahmefähigkeit der Menschen für Lärm und negative Umwelteinflüsse". Auch Andreas Schwarz stellte die Frage, inwiefern sich der Ministerpräsident in diesem Fall über kommunale Interessen hinwegsetzen werde, war aber der Meinung, dass die Landesregierung 25 Städte und Gemeinden sowie zwei Landkreise nicht einfach abschmettern könne: "Dahinter stehen mehr als eine Million Menschen."

Helmut Kapp, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion, gab an, ebenfalls gegen den Ausbau des Flughafens stimmen zu wollen. Allerdings zeigte er auch Verständnis für die andere Seite, also für die Forderung, den Flughafen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg auszubauen: "Das wird die Landesregierung abwägen müssen, und ich befürchte, dass die Startbahn kommt auch gegen den Willen des Landkreises Esslingen."

Dem wollte sich Bernhard Most (FDP/KiBü) anschließen: "Wir verhindern den Lärm nicht dadurch, dass wir eine Resolution in die Welt setzen." Sinnvoller wäre es seiner Ansicht nach, die Bürger aufzufordern, ihren Urlaub in Baden-Württemberg zu verbringen statt in die Ferne zu fliegen. Dass es sich beim Kampf gegen den Flughafenausbau um einen Kampf gegen Windmühlen handeln könnte, machte Bernhard Most an einem anderen Beispiel fest: "Die Geschäftsflieger kriegen wir sowieso nicht mehr weg, die fliegen."