Lokales

Kirchheimer Päckchen auf neuen Wegen

Die Deutsche Post hat die Paketverteilung im Landkreis Esslingen neu organisiert: Seit dem Sommer dient das Paketzentrum in Köngen als zentrale Zustellbasis für den ganzen Kreis. In diesem Zuge wurden die Basen in Kirchheim, Nürtingen, Esslingen und Sielmingen aufgelöst. Nach Angaben des Unternehmens hat sich das System gut eingespielt auch wenn es über Weihnachten und im neuen Jahr einige Engpässe gab.

BIANCA LÜTZ

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KREIS ESSLINGEN "Es läuft so, wie wir uns das vorgestellt haben", zieht Hugo Gimber, Pressesprecher der Deutschen Post AG in Stuttgart, Bilanz. Seinen Aussagen nach ist die Umstellung auf eine zentrale Zustellbasis in Köngen gut über die Bühne gegangen auch wenn um die Weihnachtszeit (der Teckbote berichtete) und diese Woche in Folge des Dreikönigstags einige Pakete verspätet ankamen. "Dass es zwischendurch immer mal wieder kleine Problemchen gibt, ist klar", sagt Hugo Gimber. "An Weihnachten wird es überall eng, und jetzt kam noch die ungünstige Konstellation mit dem Feiertag am Samstag dazu."

Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Post die vier dezentralen Zustellbasen in Kirchheim, Nürtingen, Esslingen und Sielmingen "Zug um Zug" aufgelöst und zu einer zentralen Basis für den gesamten Landkreis verschmolzen. Angesiedelt ist die neue Schaltstelle im Köngener Paketzentrum.

Durch die Umstellung haben sich auch die Wege der Päckchen und Pakete verändert: Vor der Umstrukturierung wurden die Sendungen in Köngen nur vorsortiert. Von dort aus transportierten Laster sie nach Kirchheim, Nürtingen, Esslingen oder Sielmingen, wo sie erneut sortiert und von den Zustellern abgeholt wurden.

Das ist jetzt anders: "Der Zwischenschritt fällt weg", so Gimber. Jetzt holen DHL-Fahrzeuge aus dem ganzen Kreis die maschinell sortierten Pakete direkt in Köngen ab und starten von dort aus ihre Touren. Was die 15 Kirchheimer Paketzusteller anbelangt, laden sie ihre Fuhren jetzt also nicht mehr in der Pakethalle der Post in der Schöllkopfstraße ein, sondern legen jeden Tag den Weg nach Köngen zurück, bevor sie ihre Runde in Kirchheim drehen. Betroffen sind Hugo Gimber zufolge übrigens nur die größeren Städte im Kreis. In kleineren Kommunen werden Pakete und Päckchen nach wie vor durch die Briefträger und nicht durch DHL-Fahrer zugestellt.

Ziel der veränderten Organisation ist es laut Hugo Gimber, die Kosten zu senken. "Zum einen können wir Raumkosten sparen", erläutert der Postsprecher. Statt vier separate Gebäude unterhalten zu müssen, nutzt die Post nun ihre ohnehin vorhandenen Flächen in Köngen. Von Vorteil im Landkreis Esslingen ist die geografische Nähe der vier einstigen dezentralen Basen zum Paketzentrum in Köngen: "Sonst hätte sich das nicht gelohnt", so Gimber. Darüber hinaus ließen die durchweg älteren Gebäude und Hallen, in denen die dezentralen Zustellbasen untergebracht waren, eine Optimierung der Arbeitsvorgänge nicht zu. "Die Pakete mussten mit Hubbühnen und Rollwagen zu den Autos transportiert werden", informiert der Postsprecher. Das Paketgebäude in der Kirchheimer Schöllkopfstraße, das bis zum Sommer als Zustellbasis diente, will die Post nun verkaufen.

Im Gegensatz zu den alten Pakethallen ist das Zentrum in Köngen modern und zweckmäßig ausgestattet: Rutschen und Teleskop-Förderbänder transportieren Päckchen und Pakete direkt zu den Rampen und in die DHL-Fahrzeuge hinein. Die Zusteller können ihre Fracht dort auf kürzestem Weg und mit wenigen Handgriffen in die Postautos oder Lkws schieben. "Das spart Arbeitsschritte und Zeit", lobt Gimber die vereinfachte Handhabung.

Dass einige Pakete um die Weihnachtszeit und nach dem Dreikönigstag erst mit Verspätung ankamen, liegt laut Hugo Gimber daran, dass es eine regelrechte Flut von Sendungen gegeben habe. "Die Maschinenkapazität hat eben eine Obergrenze und auch die Fahrzeuge sind irgendwann voll." Dass die Rückstände mit einem Mangel an Personal zu tun haben könnten, streitet der Postsprecher ab. Die Bezirke der Zusteller seien ebenso wie die Menge des Personals genau berechnet und angepasst.

Bundesweit betreibt die Post 33 Paketzentren. Dazu gehört auch die Schaltstelle in Köngen, die seit Januar 1995 den Großraum Stuttgart versorgt. 750 Mitarbeiter gehören zum Paketzentrum in Köngen, 500 davon sind als Zusteller in der ganzen Region unterwegs.

INFOWer ein Paket aufgegeben hat, kann dessen Weg anhand der Paketnummer und der Postleitzahl des Zielorts im Internet verfolgen. Dazu müssen Interessierte auf der Homepage www.deutschepost.de unter der Rubrik "Schnelleinstieg" das Kapitel "Sendungen verfolgen" wählen und am rechten Rand den Button "Track & Trace bei DHL" wählen. Den gleichen Service gibt es auch für Einschreiben oder Nachnahmen.