Lokales

Kirchheims Geschichte mit viel Witz

Für den Schüler-Comic-Wettbewerb wurden 203 Arbeiten eingereicht – Gestern Preisverleihung

Geschichte muss nicht langweilig sein – das haben in den vergangenen Wochen die Schüler erfahren, die sich für den Comic-Wettbewerb der Teckstadt ins Zeug gelegt hatten. Gestern kürte die Oberbürgermeisterin die Gewinner.

heike allmendinger

Kirchheim. König Heinrich IV. war gerade mal neun Jahre alt, als er dem Grafen Eberhard von Nellenburg eine Urkunde zusandte. Darin stand, dass der Graf im Dorf Kirchheim etwas tun darf, was sonst nur dem König erlaubt ist: aus Silber Münzen prägen. Sofort machte sich Eberhard von Nellenburg an die Arbeit und verzierte die Kirchheimer Münzen mit dem Konterfei seiner Gattin – samt nicht ganz so hübscher Warze, die mitten im Gesicht der Dame thronte. Der König aber war begeistert, und so kamen die Münzen in Umlauf, der Markt florierte. Doch eines Tages fielen die Münzen in die Hände der Gräfin, die wutentbrannt zu ihrem Mann eilte und ihm ordentlich die Leviten las. Graf Eberhard von Nellenburg musste schließlich all seine Münzen vernichten – deshalb gibt es heute keine einzige Kirchheimer Münze mehr.

„Diese Geschichte hat unheimlich viel Witz“, schwärmte Grafikdesigner Wolfgang Dick gestern im Foyer des Kirchheimer Rathauses. Dort hatten sich zahlreiche Schüler und etliche Eltern zur Preisverleihung des Schüler-Comic-Wettbewerbs versammelt, den die Stadt Kirchheim im Rahmen der 1 050-Jahr-Feierlichkeiten der Teckstadt ausgeschrieben hatte. Sebastian Voigt, der die siebte Klasse des Ludwig-Uhland-Gymnasiums besucht, erhielt für sein einfallsreiches und lustiges Werk den ersten Preis in der Kategorie der Klassen fünf bis acht.

„Es sind 203 Arbeiten eingegangen. An einem langen Nachmittag haben wir aus der Vielzahl der guten Arbeiten die Sieger ausgewählt“, erzählte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. „Unser Ziel war, auch den jungen Mitbürgern die Geschichte Kirchheims näherzubringen. Und das geht am besten, indem man die Sprache der jungen Leute spricht“, sagte die Oberbürgermeisterin. So waren alle Schüler der Kirchheimer Schulen von Klasse eins bis 13 aufgefordert, ein Thema aus der Geschichte Kirchheims in einem Comic umzusetzen: Zur Wahl standen das Kirchheimer Geld, die Entstehung der Teckstadt und das Stadtwappen sowie die Belagerung des Dominikanerinnenklosters. „Es hat großen Spaß gemacht, zu sehen, wie sich die Schüler mit der Geschichte befassen“, betonte Angelika Matt-Heidecker. „Sie hatten sich alle mächtig ins Zeug gelegt.“

Leider seien in den Kategorien der Klassen eins bis vier keine Arbeiten eingegangen, und auch die Schüler der Klassen neun bis 13 hätten nur wenige Werke abgegeben. Von den Fünft- bis Achtklässlern hingegen habe die Jury 200 zum Teil hochwertige Comics erhalten. „Es nahmen sogar ganze Klassen an dem Wettbewerb teil, die im Kunstunterricht an ihren Comics gearbeitet hatten“, fügte Wolfgang Dick hinzu, der gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin, dem Kirchheimer Künstler und Cartoonisten David Tech und Gerhard Gertitschke, dem Leiter des Amts für Bildung, Kultur und Sport, die Jury bildete. „Begeistert waren wir auch von einer Arbeit, die schrill aussieht und deren Texte zittrig geschrieben sind“, verriet Angelika Matt-Heidecker. Dieser Comic stammt von Marco Kern, der mit einem Gipsarm gezeichnet hatte. Der Siebtklässler des Schlossgymnasiums erhielt für sein Engagement einen Sonderpreis.

In der Kategorie der Klassen fünf bis acht hat Sebastian Voigt (Ludwig-Uhland-Gymnasium) den ersten Preis gewonnen. Die zweiten Preise gingen an David Geyer (Schlossgmynasium), Andrea Kaib (Teck-Realschule) sowie Christopher Galiga und Ufuk Özkale (Freihof-Realschule). Bei den Klassen neun bis 13 erhielt Alike Schwarz (Schlossgymnasium) den ersten Preis. Die Siegerarbeiten sind ab sofort im Foyer des Rathauses zu sehen.

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