Lokales

Kirchheims Nachwuchs rückt dem Müll zu Leibe

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, heißt es im Volksmund. Speziell in Sachen Müllvermeidung und Umweltschutz scheint es daher sinnvoll, schon im Kindergarten anzusetzen. Das in Kirchheim vieldiskutierte Thema "Sauberkeit der Stadt" brachte gestern den Nachwuchs beim ersten Kindergartenaktionstag auf Trab.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Vor einem Monat stieg Kirchheims zweiter Gemarkungsputz, damals nur mit geringer Beteiligung seitens der Kindergärten. Gestern jedoch war der Nachwuchs in Kirchheim nahezu flächendeckend im Einsatz. Mit vereinten Kräften rückten die Dreikäsehochs im Rahmen des Kindergartenaktionstages dem Müll zu Leibe. Passanten sind sie vielerorts aufgefallen: Mädchen und Jungen, die in bunten Gummistiefeln und schützenden Matschhosen steckten. Sie schleppten kleine Eimer oder große Müllsäcke mit sich herum und zogen teilweise Bollerwagen hinter sich her.

Die Initiatoren der Aktion setzen mit dem Einsatz der jüngsten Generation vor allem auf erzieherische Effekte. Entsprechend gut wurde der Kindergartenaktionstag daher in den einzelnen Gruppen thematisch vorbereitet. Elterninformationen wurden ausgegeben, und die Kinder mit wesentlichen Utensilien ausgestattet. "Wir haben die Kindergärten mit Kinder-Arbeitshandschuhen ausgerüstet und sie mit Mülltüten versorgt", erläuterte Helga Kauderer, stellvertretende Leiterin des Amtes für Bildung, Kultur und Sport. Alle 20 Kindergärten der Stadt wurden angeschrieben, 34 Gruppen rückten gestern aus. Einige hundert Buben und Mädchen waren somit gestern trotz der schlechten Witterung auf Achse, um rund um ihren Kindergarten für Sauberkeit zu sorgen.

"Natürlich haben wir mit den Kindern im Vorfeld besprochen, was sie überhaupt aufsammeln sollen und dürfen", erläuterte Simone Hack, Gruppenleiterin im Raunerkindergarten, die Einbindung des Aktionstages ins pädagogische Konzept. Wie geputzt werden sollte, das organisierte jede Einrichtung in Eigenregie. Im Raunerkindergarten hing die Zuständigkeit vom Alter ab: Während die Kleinen, also die Drei- bis Vierjährigen, vorwiegend für die Flächen direkt um den Kindergarten herum verantwortlich waren, sammelten die Fünf- bis Sechsjährigen auch ein wenig weiter weg. "Wie die Arbeit angegangen wird, war komplett den Erzieherinnen überlassen", erläuterte Helga Kauderer. Daraus ergaben sich unterschiedlichste Sammelgruppen: In einigen Einrichtungen waren ausschließlich Kinder und Erzieherinnen unterwegs, in anderen legten Eltern mit Hand an. Alle verband das Ziel, die Sensibilität im Umgang mit Natur und Umwelt zu schärfen.

"Wir setzen mit diesem Aktionstag weniger auf die Sauberkeit als auf den erzieherischen Gedanken", beugte Martin Zimmert, Leiter des Geschäftskreises Hoch- und Tiefbau, allzu hochgesteckten Erwartungen hinsichtlich einer blitzblanken Stadt vor. Die Müllsammelaktion brachte dennoch ein beachtliches Ergebnis. Zahlreiche prall gefüllt Müllsäcke konnte das Team vom Bauhof gestern bereits an den Kindergärten abholen, etliche folgen heute noch. Mag sein, dass so manches Kleinkind jetzt die Umwelt mit anderen Augen betrachtet. Denn was Hänschen schon lernt, beherzigt Hans möglicherweise erst recht.