Lokales

Klare Mehrheiten für Bahnprojekte

Kreistag stimmt Rahmenvertrag zu

200 Millionen Euro lassen sich Bund, Land, Region, Landkreis und Kommunen einen besseren öffentlichen Nahverkehr auf den Fildern kosten. Der Kreistag hat dem Rahmenvertrag für die Finanzierung der drei Projekte – die Verlängerung von U 6 und U 5 sowie S-Bahn-Erweiterung bis Neuhausen – zugestimmt.

Frickenhausen. Landrat Heinz Eininger legt sich seit Jahren für den Ausbau der beiden Schienenstränge auf den Fildern ins Zeug. Und die große Mehrheit des Kreistags ist stets auf diesem Zug mitgefahren. Deshalb war es kaum mehr als eine Formsache, dass der in Frickenhausen tagende Kreistag seine Zustimmung zur Finanzvereinbarung gab.Lediglich SPD-Kreisrat Bertram Schiebel aus Esslingen stimmte mit Nein.

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An der Verlängerung der Stadtbahn U 6 vom Fasanenhof bis zur Landesmesse beteiligt sich der Landkreis mit 8,25 Millionen Euro. Insgesamt kostet der Bau dieser Strecke 70 Millionen Euro. Um das Projekt nicht scheitern zu lassen, vollbringt vor allem die Landeshauptstadt mit ihrer SSB einen Kraftakt: 19,4 Millionen Euro kommen aus Stuttgart.

Für die Verlängerung der S-Bahn von Bernhausen über Sielmingen nach Neuhausen muss der Landkreis 8,1 Millionen Euro in den Topf legen. Inklusive Planungskosten sind für die S-Bahn-Strecke 92 Millionen Euro veranschlagt. Die Anliegergemeinden Neuhausen und Filderstadt sind mit vier Millionen Euro dabei. Weil der Verband Region Stuttgart 32,4 Millionen Euro zahlen wird, sind der Landkreis Esslingen und die Kommunen indirekt noch einmal an der Finanzierung beteiligt.

In Leinfelden-Echterdingen steht man den Projekten grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Was sich auch an der klaren Mehrheit im Gemeinderat – 17 Ja-, sieben Nein-Stimmen und eine Enthaltung – ablesen lässt. Der Vertrag sieht vor, dass die Stadt für die Verlängerung der U 6 (Fasanenhof bis Flughafen/Messe) 3,65 Millionen Euro zahlt. Zunächst werden nur eine Million Euro fällig. Den Rest muss die Kommune ebenso wie den jährlichen Betriebskostenanteil von 290 000 Euro aufbringen, wenn die Pläne für den Gewerbepark Echterdingen-Ost, einem gemeinsamen Projekt mit der Landeshauptstadt, realisiert sind. 900 000 Euro zahlt die Stadt für die Verlängerung der U 5 vom Bahnhof Leinfelden bis zur Markomannenstraße. Dort beläuft sich der Betriebskosten-Anteil auf 15 000 Euro pro Jahr.

Die Freien Wähler stimmten mehrheitlich gegen die Paket-Lösung. Hauptgrund für die Ablehnung: Der Passus, dass die Vertragspartner sich verpflichten, das Interesse der Kommune an einer Wiederanbindung Echterdingens an die U 5-Linie zu beachten, sei zu schwammig. Zudem bringe die Verbindung der U 6 zum Flughafen nur großen Landverbrauch, aber wenig Nutzen.

Gespalten zeigte sich auch die Fraktion der Grünen. OB Roland Klenk warnte vor den Konsequenzen: Eine Ablehnung des Rahmenvertrags könne bedeuten, dass die U 5-Verlängerung gestrichen wird.