Lokales

Klares Bekenntnis zum historischen Erbe

Keine Kontroversen ergaben sich bei der Entscheidung, die Gesamtanlage Altstadt im Sinne der Gesamtanlagenschutz-Satzung gemäß des Denkmalschutzgesetzes unter Schutz zu stellen. Einstimmig votierte das Ratsgremium vor der Sommerpause dafür, das erforderliche Satzungsverfahren einzuleiten.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Dass die wertvolle unverwechselbare Altstadt Kirchheims auch für Folgegenerationen geschützt werden sollte, lautet die einhellig im Kirchheimer Ratsrund vertretene Meinung. Schon in der April-Sitzung wurde die überarbeitete Fassung der "Richtlinien für die Erteilung von Sondernutzungserlaubnissen" beschlossen. Als wichtiger Baustein des Gestaltungs- und Beleuchtungskonzepts für die Altstadt soll bekanntlich im kommenden Jahr die vorgeschlagene Beleuchtungskonzeption für den Bereich Max-Eyth-Straße und Marktstraße mit Marktplatz umgesetzt werden.

Nachdem die städtebauliche Ausprägung und das charakteristische Erscheinungsbild der historischen Altstadt über Jahrhunderte gewachsen ist, wird von Verwaltung und Gemeinderat gemeinsam die Meinung vertreten, dass am Erhalt dieses unverwechselbaren und schützenswerten Stadtbildes ein besonders öffentliches Interesse besteht. Durch die von der Verwaltung nun vorgeschlagene und auch vom Technischen Ausschuss bereits empfohlene Ausweisung der historischen Altstadt als Gesamtanlage könne ein wirksamer Schutz des vorhandenen Erscheinungsbildes vor negativen Änderungen erreicht werden, machte Planungsamtsleiter Dr. Oediger in seinem Sachvortrag noch einmal deutlich.

Die dann einvernehmlich beschlossene Verabschiedung der Satzung wird nicht zuletzt auch als ein Bekenntnis zur historischen Altstadt gesehen, das den Erhalt der gewachsenen Kleinteiligkeit und Proportionalität sichert und den Stellenwert der "Altbauten in der Altstadt" betont, wobei ganz besonderer Wert auch darauf gelegt wird, dass durchaus auch Neues seinen Platz haben kann und muss.

Da nicht das Landesdenkmalamt, sondern die Stadt selbst als Untere Denkmalschutzbehörde zugleich auch Genehmigungsbehörde ist, besteht nicht die in der Sitzung scherzhaft angesprochene "Gefahr", dass Kirchheim zu einem Rothenburg ob der Tauber "verkommt". Die Stadt bestimmt vielmehr die Balance zwischen den Wünschen der Bürger und dem Erhalt des Gesamtbildes, das seinen ganz individuellen Charme gerade aus dem Zusammenspiel von historischem Erbe und moderner Architektursprache heraus bezieht.

Hervorgehoben wurde zudem, dass das Prädikat "geschützter historischer Stadtkern" sowohl touristisch werbewirksam als auch im Wettbewerb der Kommunen untereinander von Vorteil für die Position der Stadt in der Region sein könne. Als Beispiele von Städten, die bereits über einen als Gesamtanlage geschützten Kernbereich verfügen, wurden Esslingen, Schorndorf, Herrenberg, Marbach, Bietigheim, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd genannt.