Lokales

Klares "Ja" zum Jugendhilfeplan

Nach den Senioren richtet die Gemeinde Dettingen ihr Augenmerk nun verstärkt auf die jüngeren Einwohner: Der Dettinger Gemeinderat hat in vergangener Sitzung einstimmig beschlossen, einen Jugendhilfeplan aufzustellen.

BIANCA LÜTZ

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DETTINGEN Der Jugendhilfeplan soll konkrete Leitlinien für die kommunale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Dettingen enthalten. Basis wird eine Untersuchung des Kreisjugendrings zur derzeitigen Situation der jungen Einwohner in der Gemeinde sein. Anhand derer möchte die Kommune feststellen, welche Angebote es in Dettingen bereits gibt und was noch fehlt. Wie schon der Altenhilfeplan, wurde auch der Jugendhilfeplan vom Dettinger Gemeindenetzwerk "Dabei" angestoßen.

Gemeinderat Dietmar Vogt (SPD) signalisierte seine vollste Unterstützung: "Was man hier vorhat, geht viel weiter als Jugendhilfe", lobte er. Auch Markus Ochs (FWG) freute sich über das Vorhaben: "Klasse, dass das kommt", sagte er und sprach sich dafür aus, Jugendliche früh einzubinden, damit sie künftige Maßnahmen besser akzeptieren. Laut Bürgermeister Rainer Haußmann steht die Verwaltung bereits jetzt in Kontakt mit Schülervertretern. Auch in der Planungsgruppe, die sich mit der Ausarbeitung der Details beschäftigt, sind Jugendliche mit von der Partie ebenso wie Vereine, Kirchen, Gemeinderäte, Vertreter der Schule, die Verwaltung und andere interessierte Bürger.

Walter Neuhäuser (CDU/FWV) gab "ein klares Bekenntnis zum Jugendhilfeplan" ab. Er wies darauf hin, dass es ihm wichtig sei, einen Schwerpunkt bereits auf Kinder ab dem Kindergartenalter zu setzen: "Viele sind nicht der deutschen Sprache mächtig", gab er zu bedenken.

Rainer Kuhn (FWG) begrüßte ebenfalls den Jugendhilfeplan. "Ich hoffe nur, dass wir nicht in drei bis vier Jahren einen Familienplan machen müssen", äußerte er seinen Unmut darüber, dass viele Eltern ihren Aufgaben in der Erziehung nicht mehr nachkämen: "Es fehlt an Werten in der Gesellschaft." Rainer Haußmann kritisierte in diesem Punkt die Haltung des Landes Baden-Württemberg: "Mir fehlt an der Landespolitik der dezente Hinweis auf die Pflichten der Eltern", sagte er: "Ohne Elternhaus geht es nicht."

"Beim Jugendhilfeplan wollen wir alle, auch die Älteren, einbinden", betonte Haußmann. So wie Schulen und Kindergärten am Altenhilfeplan beteiligt wurden, so sollen beim Jugendhilfeplan ältere Bürger eine Rolle spielen. Sei es bei Hausaufgaben, Nachhilfe oder Berufswahl gefragt sind Helfer, die sich um die jungen Menschen kümmern.

Den Auftakt zur Ausarbeitung des Plans bildet eine Vortragsveranstaltung im kommenden Frühjahr. Ein Jahr später, im Frühjahr 2008, soll der Jugendhilfeplan dann stehen. Einen Schritt hin zur "kinderfreundlichen Kommune" hat die Gemeinde Dettingen bereits mit der aktuellen Einführung der "Kelly-Inseln" getan. Am Ende des Prozesses der Ausarbeitung von Alten- und Jugendhilfeplan unter Mitwirkung der Bevölkerung soll nach Wunsch des Bürgermeisters dann ein "Zusammenwirken der Generationen" stehen.