Lokales

Klares Votum für die Lieblings-Einkaufsstadt

Kirchheim hat Flair. Die schöne Altstadt mit zentralen Einkaufsmöglichkeiten und gutem Angebot verlockt zum Bummeln. Dies wissen nicht nur eingefleischte Kirchheim-Fans, dies hat auch das "Kundenbarometer" ergeben, eines von zahlreichen Mosaik-steinchen, mit deren Hilfe der Kirchheimer City Ring die Attraktivität der Innenstadt zielgerichtet steigern will.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Wer heutzutage gut ist, darf sich deshalb längst nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Eine "Service-Initiative" soll daher innerhalb der nächsten zwei Jahre den Service-Standort Kirchheim noch deutlich verbessern. Ziel ist, Kirchheim zu einer "Service-Oase in Baden-Württemberg" machen. Der erhoffte Effekt der werbewirksamen Aktion ist vielfältig: Zum einen sollen die umfangreichen geplanten Aktivitäten dem Image des Handels in der Stadt zugute kommen, zum anderen profitiert die Stadt insgesamt davon.

Die Aktionen des City Rings sind daher mit den Aktivitäten der Stadt eng verzahnt. Gegenseitige Impulse sind gewünscht, Mitstreiter willkommen. Eine Art Bindeglied zwischen Stadt und City Ring stellt Gabriele Huttenlocher dar, Mitarbeiterin im Schul- , Kultur- und Sportamt. Sie präsentierte jüngst dem Gemeinderat die Ergebnisse des Kundenbarometers. Dahinter verbirgt sich eine Befragung von 200 Personen unter Federführung der Fachhochschule Nürtingen.

Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit haben zwei Stundentinnen Menschen befragt, die bereits Kunden in der Stadt unter der Teck sind. Die Auswahl erfolgte ganz bewusst, denn diese können die Ist-Situation am besten beschreiben und die Kundenwünsche konkretisieren. In zwei Jahren soll ein zweites Kundenbarometer Verbesserungen überprüfen.

Bei der Befragung haben die Einkaufsbummler "ein klares Votum" für Kirchheim abgegeben, teilte Gabriele Huttenlocher mit: 62 Prozent bezeichneten die Fachwerkstadt als ihre "Lieblings-Einkaufsstadt". Besonders schätzen die Kunden die übersichtliche, zentrale Lage der Geschäfte und die Atmosphäre der Altstadt, aber auch gute Aktionen und Angebote. "Diesen Punkt können wir weiter positiv beeinflussen", meinte die Marketing-Fachfrau zuversichtlich. Auch Kritikpunkte beträfen "zum Glück Dinge, an denen man arbeiten kann": Die Ausstattung von Cafes mit Plastikstühlen wird da ganz zu oberst genannt, aber auch die Ampelschaltung für Fußgänger.

Alles in allem kann sich Kirchheim laut Barometer rühmen, treue Kunden zu haben: Mehr als die Hälfte der Befragten geht mindestens einmal pro Woche in der Innenstadt shoppen. 80 Prozent kaufen regelmäßig hier Mode ein, zwei Drittel Kosmetikartikel oder Bücher und Schreibwaren. Was die Kunden vermissen, sind beispielsweise Feinkostartikel, große Kaufhäuser oder Lebensmittel. Immerhin 63 Prozent der Bummelnden fühlen sich in Kirchheim freundlich beraten. Allerdings stufen nur 46 Prozent die Beratung als kompetent ein. Dies ist einer von vielen Ansatzpunkten der Service-Initiative, die beispielsweise auch Mitarbeiterschulungen vorgesehen hat.

Ebenfalls einen Ansatzpunkt lässt die Befragung beim Thema Öffnungszeiten erkennen. Zwar sind die Geschäfte für 55,2 Prozent "ausreichend lang" geöffnet, 41 Prozent empfinden jedoch die Zeiten als uneinheitlich, besonders die Mittagspause sorgt hin und wieder für Ärger. "Öffnungzeiten sind Kundenservice" lautet ein Fazit des Barometers.

Abgefragt wurde natürlich auch der Weg zum Einkauf: 68 Prozent nutzen das Auto, wobei 29 Prozent die Parkgebühren als zu hoch empfinden. Als interessanten Punkt präsentierte Gabriele Huttenlocher abschließend auch die Meinung der Kundschaft in Sachen Sauberkeit: 69 Prozent bezeichnen die Innenstadt als "eher sauber", 15 Prozent sogar als "sehr sauber". Das Urteil "sehr schmutzig" fällt nur ein Prozent. Kritisiert wurden vor allem die "Hundeklos", überfüllte Mülleimer und stark verschmutzte Parkhäuser.

Stoff zum weiteren Nachdenken und Ansatzpunkte für Verbesserungen bieten die Ergebnisse des Kundenbarometers allemal. Auch im Gemeinderat kamen sogleich aus mehreren Fraktionen Ideen. Dort allerdings war nur Kenntnisnahme vorgesehen. Nun ist wieder der City Ring am Zug mit weiteren Schritten im Rahmen der Service-Initiative.