Lokales

Klartext zum Skaterplatz geredet

Holzmadener Gemeinderat hat den Bau des Jugendtreffs einen Schritt weiter vorangetrieben

Und wieder ist der Jugendtreff mit Skaterplatz in Holzmaden ein Stückchen näher gerückt: Der Gemeinderat hat die Baupläne und die Kostenaufstellung genehmigt. In trockenen Tüchern ist das Projekt aber noch längst nicht. Das Landratsamt muss jetzt prüfen, ob es rechtliche Einwände gibt.

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Bianca Lütz-Holoch

Holzmaden. Eines kann man dem Holzmadener Gemeinderat dieses Mal sicher nicht vorwerfen: dass er sich zum Thema Skateranlage ausgeschwiegen hätte. Eineinhalb Stunden lang diskutierte das Gremium – vor den Augen zahlreicher Jugendlicher, die in die Sitzung gekommen waren – das weitere Vorgehen in Sachen Jugendtreff mit Skaterplatz. Die Gemeinderäte beider Fraktionen und der Bürgermeister entschlossen sich, „nicht um den heißen Brei he­rum“, sondern Klartext zu reden und ihre Positionen auf den Tisch zu legen. Dabei kam auch zutage, dass die Einigkeit im Gremium in Sachen Skaterplatz nicht ganz so perfekt ist, wie es zuletzt den Anschein hatte.

So wurde es der Fraktionsvorsitzenden Heike Schwarz und ihren Kollegen von der Freien Wählervereinigung (FWV) doch etwas mulmig, als es daran ging, nachträglich die im Januar vorgestellten Baupläne für den Skaterplatz inklusive der Geräte zu genehmigen. Denn eben die Geräte – die 16 000 Euro kosten würden – waren aus der gleichzeitig zu verabschiedenden Kostenaufstellung herausgenommen worden, um das bewilligte Budget von 30 000 Euro einhalten zu können.

„Was passiert denn mit den Mehrkosten?“ fragte Heike Schwarz und erfuhr von Jörg Molter, Markus Ocker und Gert Hauschild von der Holzmadener Bürgerliste (HBL), dass sie einen weiteren Antrag über 16 000 Euro im kommenden Jahr nicht ganz ausschließen könnten. „Ich hoffe, dass wir die Geräte anders finanzieren können, zum Beispiel über Spenden“, sagte Ocker und räumte ein: „Es kann aber sein, dass der Antrag kommt.“ Er betonte zudem, dass er stets mit offenen Karten gespielt und nie einen Hehl daraus gemacht habe, dass Geräte auf dem Platz in Zukunft gewünscht seien.

„Mir war nicht klar, dass die Kosten nächstes Jahr anfallen würden“, ärgerte sich Heike Schwarz und sprach von „Salamitaktik“. Auch ihr Fraktionskollege Dieter Fischer betonte, dass seine Entscheidung bei der Haushaltsverabschiedung anders ausgefallen wäre, wenn er gewusst hätte, dass es letztlich um 46 000 Euro gehe. Trotzdem stellte er klar, dass er nach wie vor für den Skaterplatz sei.

Jörg Molter stellte fest, dass es bei der Haushaltsverabschiedung vielleicht doch noch Gesprächsbedarf gegeben hätte, und betonte, dass die 16 000 Euro aktuell gar nicht zur Debatte stünden. „Ob wir Geräte beschaffen oder nicht, beschließen wir wann anders.“ Manfred Ott von der HBL wies darauf hin, dass es mit dem Podest ja ohnehin schon ein integriertes Gerät gebe und dass der Skaterplatz ja nutzbar sei. Sein Fraktionskollege Christian Oberle regte an, dass Geräte vielleicht doch in Eigenbau entstehen könnten. „Wir investieren hier doch in die Zukunft“, versuchte Gert Hauschild die Kostendiskussion abzukürzen und erinnerte daran, dass Holzmaden kinder- und familienfreundlich sein wolle.

Die Kostendiskussion nahm Bürgermeister Jürgen Riehle zum Anlass, seine Bedenken gegen den Platz auf der Sport- und Freizeitanlage zu wiederholen. „Der gewählte Standort ist auch der teuerste, weil viele Tiefbauarbeiten notwendig sind“, sagte er. Christian Oberle entgegnete, dass die geplante Tieferlegung der Anlage sogar zum Lärmschutz beitrage.

Das Thema Lärmschutz ist nach Ansicht des Schultes nach wie vor besonders problematisch. „Die Entfernung zur Nachbarbebauung ist ein handfestes Thema“, glaubt er. Zwar gebe es eine diesbezügliche Verordnung nur in Bayern, aber seiner Ansicht nach bedürfe der Abstand dennoch einer Überprüfung.

Mit großer Mehrheit – bei einer Gegenstimme aus der FWV – hat der Gemeinderat nun die Gemeindeverwaltung beauftragt, die Pläne und Unterlagen für den Bau des Jugendtreffs mit Skateranlage beim Landratsamt einzureichen. Dort werden bau-, naturschutz- und immissionsschutzrechtliche Faktoren geprüft. Sollte es auch vom Landratsamt aus grünes Licht geben, kann der Baubeginn terminiert werden.

Während auch die Kostenaufstellung mit großer Mehrheit genehmigt wurde, lehnten die drei FWV-Räte und Bürgermeister Riehle die Januar-Baupläne inklusive Geräten ab.

Ein weiterer Abstimmungspunkt zum Thema Ausschreibungen wurde vertagt. Schon jetzt hat Markus Ocker als Projektleiter des Jugendtreffs mit Skateranlage nämlich Zusagen für größere Spenden von Firmen – aber natürlich nur, wenn diese die Arbeiten auch ausführen dürfen. Nun muss zuerst abgeklärt werden, wie Ausschreibungen und Vergaben unter Berücksichtigung der Spenden ablaufen können.