Lokales

Klasse 6c in der "Unterwasserwelt"

KIRCHHEIM Eine Expedition in die Unterwelt beginnt: Die Schüler der Klasse 6c der Freihof-Realschule stehen vor dem Kirchheimer Hallenbad in der Kälte und sind gespannt, was sie erwartet. Als sie das Gebäude betreten, wird es plötzlich tropisch warm. Schwimmmeister Krause empfängt die Klasse und führt sie in die "Unterwasserwelt", die Katakomben des Hallenbads.

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Die Schüler erfahren, dass das Bad in Kirchheim 1960 erbaut wurde. Das Wasserbecken ist 25 Meter lang und 12,50 Meter breit. Die Wassertemperatur liegt bei 28 Grad Celsius, die Lufttemperatur bei 30 Grad. Manche Schüler kommen bei der feuchtwarmen Luft ganz schön ins Schwitzen, während andere im T-Shirt die Wärme einfach nur genießen.

Im Kirchheimer Hallenbad gibt es eine alte Bäderabteilung, die heute stillgelegt ist. Familien, die zuhause keine Badewanne oder Dusche hatten, konnten sich früher dort reinigen. Die lustigen Eieruhren an den Türen der Brausebäder zeigten damals an, wie lange die Kabinen noch besetzt sind. Heute besuchen jährlich nur noch rund 30 000 Schwimmer das Hallenbad. Früher konnten Rekordzahlen von bis zu 100 000 Personen pro Jahr erzielt werden.

Im Lagerraum steht die Klasse 6c vor vielen Chemikalien, einer Tischtennisplatte und diversem Material von Vereinen. Nebenan befindet sich der Schaltraum. Er ist das "Gehirn" des Hallenbads. An einem großen Schaltschrank blinkt und leuchtet eine Vielzahl bunter Lampen. Zusammen mit Messgeräten wird der gesamte Betrieb gesteuert und überwacht.

Das Heizsystem ist total veraltet. Trotzdem muss es das Hallenbad und das Fickerstift heizen. Heiße Luft sammelt sich an der Decke und verursacht Kondenswasser, das auf den Boden tropft. Die Anregung, hier einen Regenschirm zu verwenden, wird mit lautem Gelächter quittiert. In Neubauten wird die Feuchtigkeit entzogen und die Wärme noch ein weiteres Mal zum Heizen verwendet.

Besonders beeindruckend ist der Keller unter dem Schwimmbecken. Die Kinder staunen, dass das Becken mit seinen fast 700 Tonnen Wassergewicht nur auf Betonstelzen steht. Außerdem findet man eine kleine Umwälzpumpe, die innerhalb von drei Stunden das ganze Wasser umwälzt. Dreimal täglich werden Wasserproben entnommen. Der eigene Brunnen unter dem Becken wurde stillgelegt.

"Wie giftig ist Chlor?" Das ist eine wichtige Frage. Schwimmmeister Krause weist darauf hin, dass schon ein paar Atemzüge reichen, um die Lunge zu verätzen. Deshalb muss beim Wechsel der Chlorgasflaschen eine Chlormaske aufgesetzt werden. Am Ende der Expedition angelangt, stand die Klasse wieder im kalten Schnee, bedankte und verabschiedete sich von Schwimmmeister Krause.

Klasse 6c

Freihof-Realschule Kirchheim