Lokales

Kleider machen Leute

Vom Spiel mit der Mode kann kein weibliches Wesen genug bekommen. Die Problematik eines vollen Kleiderschrankes ist bekannt, die Landfrauen wollten aber die Ansicht einer Expertin zu diesem Thema hören: Als Referentin hatten sie daher Monika Schieweck aus Köngen zu einem Vortragsabend geladen.

NEIDLINGEN Großes Interesse war da, denn in Sachen Mode und gutes Aussehen sind Frauen nie ohne Wünsche. Eines aber ist gewiss: "Kleider machen zwar Leute, aber noch lange keinen Menschen".

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Als "eine Chance und Gelegenheit, um sich künftig mit kritischer Selbsteinschätzung, eigener Kompetenz, aber auch mit Begeisterung zu kleiden", verstand Ulrike Braun diesen Infoabend. Ihre Botschaft lautete: "Freuen Sie sich. Fühlen Sie sich wohl, in dem, was Sie tragen."

Eigene Erfahrungen mit der genannten Thematik gibt die Referentin kund und räumt auch eigene, früher getätigte Fehlkäufe ein. "Zweimal im Jahr sagt uns die Mode, was Frauen und Männer tragen sollen." Doch wie gelingt es, herauszufinden, was einem steht und was nicht? Das Modediktat ist nicht für alle gleich umsetzbar, um die Trägerin "in" und attraktiv erscheinen zu lassen. Die Wirkung einzelner Materialien und insbesondere von Farben ist für jeden ein besonderer Maßstab.

Dabei informierte Monika Schieweck über die Farbentheorie des Schweizer Malers und Bauhaus-Mitbegründers Professor Johannes Itten, die 1974 in Amerika für den Modesektor ausgearbeitet wurde. Bedingt durch seine Erbanlagen hat jeder Mensch einen bestimmten, festliegenden und nicht veränderbaren Haut-Unterton, den man in eine von vier Farbpaletten, nämlich Frühling Sommer Herbst Winter mit jeweils 32 Farben zuordnen kann.

Erstaunlich ist dabei, wie viele verschiedene Farben es überhaupt gibt, die das Auge unterscheiden kann. Wichtige Voraussetzung und ein Schutz vor Fehleinkäufen ist, wenn man weiß, welche Farben für den Einzelnen passen. Eine vorgehende Farb- und Stilberatung ist ein guter Weg zum Erkennen des persönlich Passenden. Jeder und jede hat so (s)eine Lieblingsfarbe. Kann es froh stimmen, wenn man sich immer "in Schwarz" hüllt?

Monika Schieweck forderte ihre Zuhörer auf, den Schrank aufzumachen und wirklich zu analysieren, was da für (Lieblings-)Stücke hängen, die nicht oder kaum getragen worden sind. Da zu urteilen, müsse jede Frau sich selbst zutrauen. Dabei, so betonte die Referentin, heiße es, Verlockungen zu widerstehen, Prioritäten zu setzen, denn auch und gerade bei Mode und Stil sei weniger mehr.

Wesentlich sei, sich beim Kleidungskauf nicht ablenken zu lassen und zu wissen, zu welchem Typ man gehört. Beim Schildern zahlreicher Alltagssituationen ging es darum, den Anwesenden nicht nur Tipps, sondern auch ein Gespür, Professionalität und Anregungen im Umgang mit persönlicher Kleidung und auch seinem eigenen Stil zu verschaffen.

rr