Lokales

„Kleine brauchen einen Rückzugsort“

Gemeinderat einigt sich auf Entwurfsplanung für Außenanlagen der neuen Dettinger Kita Starennest

Der Entwurf für die Außenanlagen der Dettinger Kindertagesstätte Starennest, die in den Unteren Wiesen neu gebaut werden soll, steht. Die Gemeinderäte einigten sich nach längerer Diskussion – diesmal ganz ohne Streitigkeiten.

Die Kinder der Dettinger Kita Starennest dürfen sich auf ein neues Kindergartengebäude in den Unteren Wiesen freuen: Voraussicht
Die Kinder der Dettinger Kita Starennest dürfen sich auf ein neues Kindergartengebäude in den Unteren Wiesen freuen: Voraussichtlich Ende 2014 beginnen die Bauarbeiten.Foto: Jean-Luc Jacques

Dettingen. In der Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause hatte der Tagesordnungspunkt „Vorentwurf für die Außenanlagen der Kita Untere Wiesen“ für einen Eklat gesorgt: Das Thema Kindergärten im Allgemeinen und eine Äußerung von Bürgermeister Rainer Haußmann im Besonderen versetzten Hermann Pölkow (SPD) derart in Rage, dass er mitten in der Diskussion demonstra­tiv den Sitzungssaal verließ (wir berichteten). Mittlerweile scheinen sich die Gemüter beruhigt zu haben: Pölkow hat seine Überlegung, eventuell aus dem Gremium auszuscheiden, wohl verworfen. Und auch sonst verlief die Sitzung am Montagabend relativ harmonisch.

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So konzentrierte sich die Diskussion auf einige Sachfragen: Zum Beispiel galt es zu entscheiden, ob drei oder zwei Fußwege von unterschiedlichen Richtungen des Rauberwegs zum Haupteingang der neuen Kita führen und wo genau diese angelegt werden sollen. Harald Fischer vom Reichenbacher Büro Fischer und Partner präsentierte den Räten den Entwurf für die Außenanlagen, der nur noch zwei Wege vorsah. Diese führen von den beiden Hauptrichtungen – vom Ort selbst und vom Guckenrain – zur Kita. Auf einen mittleren Erschließungsweg wurde verzichtet, wodurch 6 000 Euro eingespart werden können. Der Nachteil: Weil viele Menschen den direktesten Weg gehen, könnte durch das Fehlen des mittleren Wegs ein Trampelpfad entstehen.

Bürgermeister Haußmann wollte diese Befürchtung jedoch zunächst außer Acht lassen. „Drei Wege wären mir zu teuer“, betonte er. Sollte tatsächlich ein Trampelpfad entstehen, „sehen wir weiter“, ergänzte der Rathauschef. „Die Frage ist, ob man den langen Weg Richtung Guckenrain braucht“, gab indes Andreas Hummel (CDU/Freie Wählervereinigung) zu bedenken. Er schlug vor, auf diesen zu verzichten. Stattdessen könne man den mittleren Weg bauen und diesen – im Vergleich zum Vorentwurf – ein wenig nach Osten hin verlegen. Hermann Pölkow stimmte dem zu: „Wir sparen was, und es ist trotzdem eine gute Lösung.“ Der Antrag fand allerdings keine Mehrheit: Er wurde bei einem denkbar knappen Abstimmungsergebnis von fünf Für- und fünf Gegenstimmen sowie zwei Enthaltungen abgelehnt.

Pölkow brachte darüber hinaus weitere Diskussionspunkte ins Spiel: Unter anderem störte er sich an dem vorgesehenen Stabgitterzaun zwischen den Außenbereichen für die unter und über Dreijährigen. „Muss man die beiden Bereiche so brutal abtrennen? Wir halten die Kleinen doch nicht in Käfigen.“ Die anderen Räte und Kindergartenleiterin Angela Gampe sahen das anders. „Ich finde den Zaun ganz arg wichtig. Wir werden viele einjährige Kinder haben, gerade sie brauchen einen Rückzugsort“, entgegnete Angela Gampe. „Wir müssen sicherstellen, dass die Jüngsten nicht überfordert sind.“

Auch eine andere Überlegung Pölkows stieß nicht auf Gegenliebe: Er sprach sich dafür aus, den Eingangsbereich nicht, wie im Entwurf vorgesehen, mit Betonpflaster zu versehen. „Diese farbliche Pflasterveränderung finde ich nicht gut. Ich würde den Eingangsbereich asphaltieren. Das macht die ganze Sache ruhiger“, sagte Pölkow. Außerdem könnten dadurch 1 500 Euro eingespart werden. Harald Fischer gab zu bedenken, dass das Quadrat aus Betonpflaster optisch wie ein Teppich wirke. Der Eingangsbereich solle durch den Sonderbelag akzentuiert werden. Bei zwei Für- und neun Gegenstimmen sowie einer Enthaltung fand der Antrag keine Zustimmung.

Insgesamt können im Vergleich zum Vorentwurf knapp 20 000 Euro eingespart werden, informierte Harald Fischer. Dies komme auch durch eine Reduzierung der Belagsfläche um 70 Quadratmeter zustande. Die voraussichtlichen Kosten für die Außenanlagen belaufen sich demnach auf etwa 418 000 Euro. Die Räte stimmten dem Entwurf schließlich mit elf Fürstimmen und einer Enthaltung zu.