Lokales

"Kleine Dinge" bereiten oft große Sorgen

Wer sich nicht mehr selbst versorgen kann, aber trotzdem so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen möchte, kann ambulante Hilfsdienste in Anspruch nehmen. Letzteres ist in Kirchheim selbst bei handwerklich-hausmeisterlichen Notlagen möglich: Die Diakoniestation Teck kooperiert in diesem Fall mit dem Kleinreparaturdienst "Senioren helfen".

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Ulrike Schmid, Geschäftsführerin der Diakoniestation Teck, umreißt die Angebotspalette des ambulanten Pflegediensts: Es beginnt mit der Nachbarschaftshilfe, die vermeintlich einfachen Bedürfnissen nach Spaziergängen oder Vorlesestunden nachkommt. Die medizinische Versorgung wiederum umfasst das Spritzen von Insulin, das Wechseln von Verbänden oder von Kompressionsstrümpfen und geht bis hin zu aufwendigster Pflege.

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Körper und Seele zu versorgen, ist aber nur eine Seite dessen, was ältere Menschen benötigen oder auch jüngere, deren Selbstständigkeit eingeschränkt ist. Genauso wichtig sind praktische Hilfen im Alltag, sei es beim Wäschewaschen, Bügeln, Putzen oder beim Einkaufen. Über diese hauswirtschaftlichen Hilfen hinaus gibt es aber auch kleinere handwerkliche Arbeiten, die bei älteren alleinstehenden Menschen häufig sind es verwitwete Frauen einfach unerledigt bleiben.

"Oft scheitert es an diesen kleinen Dingen", berichtet Ulrike Schmid, "eine kaputte Glühbirne kann ein ähnlich großes Problem sein, wie wenn jemand nicht mehr allein auf die Toilette kommt. Wir können aber nicht alles selbst anbieten und suchen deshalb immer auch Kooperationspartner in diesem Fall den Kleinreparaturdienst."

Pflegedienstleiterin Gabriele Steiner sieht auch einen Vorteil in der persönlichen Art, in der ihre "Pflegekunden" wie die Patienten neuerdings heißen Hilfe vom Kleinreparaturdienst erfahren. Ideal sei die neue Kooperation vor allem dadurch, weil sich die Hilfsbedürftigen leichter tun, wenn sie sich mit ihrem Problem an die vertraute Schwester wenden können und diese dann den Dienst informiert: "Sonst müssten sie selbst telefonieren, und das machen viele nicht sehr gern. Es ist sehr mühselig, und oft sind auch die Fertigkeiten nicht mehr da."

Der Kirchheimer Jörg Leiber, der sich federführend um den Kleinreparaturdienst kümmert, seit er Rentner geworden ist, legt Wert darauf, dass er und seine fünf ehrenamtlichen Mitstreiter unter dem Dach der evangelischen Gesamtkirchengemeinde tätig sind. Dennoch werde der Service überkonfessionell angeboten. Das Aufgabenspektrum umfasse "Dinge, die man eigentlich selbst machen würde". So dichten die hilfreichen "Jungrentner" öfters einmal einen tropfenden Wasserhahn ab, leimen einen Stuhl, hängen Bilder und Spiegel auf oder Schranktüren wieder ein.

Mitunter sorgt der Kleinreparaturdienst "Senioren helfen" auch für eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität in den eigenen vier Wänden: So haben sie in der Wohnung einer gehbehinderten Frau einen Handlauf angebracht, mit dessen Hilfe sie seither eine Treppenstufe sicher überwinden kann. Ein anderes Mal haben sie am Haus einer älteren Frau einen Spiegel so installiert, dass sie sehen kann, wer vor der Tür steht und klingelt.

Wenn die Diakoniestation die Kooperation mit dem Kleinreparaturdienst weiter ausbaut, kann es sein, dass Jörg Leiber und seine "Kollegen" bald noch öfters ausrücken müssen. Wer Interesse an diesem Service hat oder auch selbst mitarbeiten möchte, kann sich bei Jörg Leiber unter der Telefonnummer 0 70 21/4 62 38 melden.