Lokales

Kleines Atelier, große Kunst

BISSINGEN Einen bekannten Bissinger Bildhauer kennenlernen konnten

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(O:21070320.JP_ die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 a der Grund- und Hauptschule Bissingen. Mit Klassenlehrerin Inge Schöne besuchten sie den Bildhauer Winfried Tränkner. Vor dem Bauernhof Ederle in der Pfarrstraße wurden wir erwartet und nach hinten geführt, wo sich sein kleines Atelier ganz versteckt neben Pferdeställen und dem Bach befindet. Wir hatten uns eine Bildhauer-Werkstatt größer und moderner vorgestellt, doch Winfried Tränkner meinte, dass es ihm hier sehr gut gefällt und er bei gutem Wetter auch gut völlig ungestört im Freien arbeiten kann.

Er ist schon seit 25 Jahren als Bildhauer tätig und erhielt seine Ausbildung an der Kunstschule in Nürtingen. Seine Kunstwerke stellt er aus Stein, Holz oder Bronze her. Wir durften auch seine Werkzeuge sehen: Meißel, Hammer, Stechbeitel, Schleifbock und seine Hände.

Über die Namen seiner Kunstwerke waren wir besonders erstaunt. Ein aus altem Eichenholz geschaffenes Kunstwerk heißt "Wiedergefundene Zeit". "Flügel meiner Seele" ist eine Gestalt aus Holz mit Kopf und Flügeln, die ungefähr so groß ist wie ein Mensch. "Der Tag nach Tschernobyl" ist ein Kunstwerk aus Stein und zeigt zwei Menschen, die aneinanderlehnen und verängstigt schauen. Dieses Werk fanden wir sehr einfühlsam. Auch eine kniende Frauenfigur aus Bronze auf einem Marmorpodest faszinierte viele. Am meisten interessierte uns aber ein großer Holzstuhl mit einer hohen und ungewöhnlichen Lehne. Alle wollten den "Künstlerstuhl" ausprobieren.

Witzig fanden wir, dass der Künstler vor dem Eingang seiner Werkstatt sein eigenes Fitnessgerät hat eine einfache Holzstange, die an zwei Seilen am Dach befestigt ist. Der Künstler erzählte uns, dass er hier nach langer sitzender Tätigkeit Überschläge und Klimmzüge macht.

Wir fragten ihn auch nach dem Stein "Der Weg zur Schrift", der vor unserer Schule steht und erfuhren, dass er aus Kalkstein hergestellt ist und Schriftzeichen aus älterer und neuerer Zeit zeigt. Für die Herstellung benötigte Winfried Tränkner acht Wochen. Seine beiden älteren Söhne haben das @ -Zeichen hineingemeißelt, berichtete er stolz.

"Machen Sie auch Kunstwerke für andere Orte?" wollten wir wissen. "Ja, zum Beispiel an der Ochsenwanger Hüle den Ochsenbrunnen und das Kunstwerk in Nabern", sagte Winfried Tränkner und es erstaunte uns, als er ergänzte, dass Kunstwerke von ihm auch in Berlin, im Schwarzwald und sogar in Skandinavien und Israel stehen. "Liefern Sie Ihre Kunstwerke auf Bestellung oder verkaufen Sie auch im Atelier?" war noch eine unserer Fragen. "Das ist unterschiedlich", antwortete Winfried Tränkner. Teilweise sind seine Werke auch auf Ausstellungen zu bewundern.

"Für welches Kunstwerk haben Sie am längsten gebraucht?" wollten wir ebenfalls wissen. "An dem Brunnen an der Ochsenwanger Hüle habe ich ein Jahr lang gearbeitet", erzählte der Künstler. Überrascht waren wir auch darüber, dass sein größtes Kunstwerk eine drei Meter große Indianerin aus Holz ist, die als Leihgabe in einem Notzinger Restaurant steht.

Am Schluss unseres interessanten Besuches in der Bildhauer-Werkstatt in der Pfarrstraße waren wir alle der Überzeugung, dass Winfried Tränkner wirklich ein Naturtalent ist.

Klasse 4 a,

Grund- und Hauptschule Bissingen