Lokales

Klinik-Außenanlagen 1,1 Millionen teurer

Geplanter Kostenrahmen von 101 Millionen Euro wird dennoch eingehalten

Mit Kosten in Höhe von 2,86 Millionen Euro hatten die Planer für die Außenanlagen des Klinikneubaus in Nürtingen gerechnet. Nach einer europaweiten Ausschreibung wurden daraus 3,96 Millionen Euro. Trotzdem bewegt sich der Landkreis mit den Kosten für das Gesamtprojekt im Rahmen der geplanten 101 Millionen Euro.

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richard umstadt

Esslingen. Das größte Bauvorhaben, das der Kreis je in Angriff nahm, ist auf dem Säer in Nürtingen so weit fortgeschritten, dass am kommenden Montag um 12.30 Uhr das Richtfest gefeiert werden kann. Darüber informierte Landrat Heinz Eininger die Kreisparlamentarier in der jüngsten Sitzung des Krankenhausausschusses. „Die Baumaßnahme läuft im geplanten Rahmen“, gab er ob der Mehrkosten für die Außenanlagen Entwarnung. Als Grund für die Steigerung führte der Landrat eine Leistungsverlagerung von anderen Gewerken in die Außenanlagen und Preissteigerungen an. Die Arbeiten am Nürtinger Klinikneubau sind im zeitlichen Limit und liegen bisher rund vier Millionen Euro unter der Kostenberechnung. Insgesamt wurden von den geplanten Ausgaben für das Mammutprojekt von 101 Millionen Euro bislang rund 72,7 Millionen verbaut.

Dennoch wollten die Fraktionen im Ausschuss nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Für Eugen Beck, Sprecher der Freien Wähler im Krankenhausausschuss, waren Mehrausgaben in Höhe einer Viertel Kreisumlage Grund genug, sich den Kopf darüber zu zerbrechen: „Sind die Umschichtungen unproblematisch? und reichen die 101 Millionen Euro für das Gesamtprojekt?“ wollte er wissen. Auch CDU-Sprecher Martin Fritz runzelte die Stirn. Dass von den 1,1 Millionen Euro an Mehrkosten über 40 Prozent auf Preissteigerungen zurückzuführen seien, konnte er nicht so einfach nachvollziehen. „uns bleibt aber nichts anderes übrig, als zuzustimmen“, meinte Fritz etwas resigniert. Mit Ironie versuchte Gerhard Remppis, SPD, des Themas Herr zu werden: „Der Landkreis lässt die Bauindustrie jedenfalls nicht darben.“ Obwohl die „Preissteigerung nicht schön“ sei, gab auch seine Fraktion für das Gewerk Außenanlagen grünes Licht und damit der Firma Peter Schick aus dem bayrischen Bronnen den Zuschlag. Und um das Ganze nicht nur negativ zu sehen, meinte der SPD-Sprecher: „Positiv ist, dass der Zeit- und der Kostenrahmen eingehalten wurde“. Sehr erstaunt über die Preissteigerungen in der Baubranche äußerte sich auch der Kirchheimer Kreisrat Bernd Most, FDP.

Die geänderte Planung, die in den Außenanlagen Mehrausgaben mit sich brachte, führte in anderen Bereichen zu Einsparungen, wie Nürtingens Krankenhausdirektor Siegfried Schmid erläuterte. Über die im Boden liegende Elektroinstallation müssen zusätzliche 335 000 Euro teure Betontragschichten eingebaut werden. Dadurch kann aber auf eine zusätzliche befestigte Anfahrt für die Fensterreinigung verzichtet werden, wodurch der Landkreis 200 000 Euro beim Gewerk „Fassade“ einspart. 180 000 Euro weniger muss der Kreis ausgeben, weil ein Gebäude zur Unterbringung der Abfallcontainer wegfallen kann. Dafür schlagen die gusseisernen Baumscheiben über den Wurzeln der bei den Abfallcontainern geplanten Bäume mit 15 000 Euro zu Buche. Alle Fraktionen stimmten der Vergabe zu.