Lokales

Klotzen statt kleckern für Kinder und Jugend

Seit über einem halben Jahr ist in Dettingen eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten und Ehrenamtlichen am Werk, um einen Kinder- und Jugendhilfeplan für die Gemeinde auszuarbeiten. Dass in dem Arbeitskreis die Ideen nur so sprudeln, zeigt zum Beispiel die pfiffige Lätzchen-Aktion, die gerade angelaufen ist.

BIANCA LÜTZ

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DETTINGEN Wenn Babys und kleine Kinder am Fläschchen nuckeln oder Brei essen, kann schon mal was daneben gehen. Das wissen nicht nur frisch gebackene Eltern, sondern auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Arbeitsgruppe, die sich seit vergangenem Sommer mit der Ausarbeitung des künftigen Kinder- und Jugendhilfeplans der Gemeinde Dettingen beschäftigt. Ziel von Arbeitsgruppe und Kommune ist es aber, dass bei den jungen Familien alles rund läuft und nichts daneben geht in vielerlei Hinsicht. Da ist die "Lätzchen-Aktion" nur ein kleiner Baustein in einem großen Projekt zum Wohle von Kindern, Jugendlichen und Eltern im Ort wenn auch ein äußerst sympathisches.

"Wir möchten jungen Familien Wertschätzung und Anerkennung zollen, dass sie Kinder in die Welt setzen", erläutert Norbert Häuser, Leiter der Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendhilfeplan, den Ursprung der Idee. So erklärte sich der Ex-Gemeinderat und ehemalige Rektor der Kirchheimer Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule auch gleich bereit, das erste Lätzchen zu überreichen an Dennis Silvester Celik. Der drei Wochen alte Junge ist das erste Dettinger Baby, das dieses Jahr das Licht der Welt erblickt hat.

Den zweiten Vornamen haben die Eltern ihrem kleinen Sohn gegeben, weil der errechnete Geburtstermin der 31. Dezember war. "Dann ist er aber doch erst am 4. Januar auf die Welt gekommen", erzählt Papa Murat Celik lachend. Von der Kleckerlatz-Aktion sind er und seine Frau Katja begeistert. "Das können wir wirklich gut gebrauchen", freute sich Katja Celik über das Lätzchen, dem neben dem Logo der Gemeinde auch der Satz "Schön, dass es dich gibt" aufgedruckt ist.

Bei der Ausarbeitung des Dettinger Kinder- und Jugendhilfeplans wird übrigens nicht gekleckert, sondern geklotzt. Vor über einem halben Jahr wurde die Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendhilfeplan gegründet. Rund zwei Dutzend ehrenamtliche Mitarbeiter hat die AG, darunter befinden sich Pädagogen, Vereine und interessierte Bürger. Vertreten sind zudem Fachleute von Landratsamt und Kreisjugendring sowie Mitarbeiter der Gemeinde. Gemeinsam erarbeiten sie, welche Angebote es in Dettingen für den Nachwuchs bereits gibt und was noch fehlt. Wenn er fertig ist, soll der Plan konkrete Leitlinien bieten.

Ein wichtiges Thema in dem Plan ist beispielsweise die Kinderbetreuung. "Wir sind gerade dabei, die Betreuung Unter-Dreijähriger auszubauen", erläuterte Rainer Haußmann. "Durch die Zweiteilung des Orts ist das nicht ganz einfach."

Derzeit sind in Dettingen sechs U3-Plätze im Kindergarten Regenbogen belegt. Ein Wunsch der Gemeinde ist es jedoch, für die Zukunft im Schul- und Sportzentrum Untere Wiesen eine Art Bildungshaus aufzubauen, in dem Dettinger Kinder aus beiden Ortsteilen die Grund- und Hauptschule besuchen können. Gleichzeitig soll es dort Angebote für Kindergartenkinder und Unter-Dreijährige vom Guckenrain geben. Die Betreuung Unter-Sechsjähriger aus dem alten Ort wird den Plänen zufolge in der Ortsmitte bleiben.

Wie sich die Kinderzahlen entwickeln werden, kann niemand voraussagen. Bislang jedoch steht Dettingen ganz gut da. Im Kindergarten Starenweg musste jüngst eine dritte reguläre Gruppe eröffnet werden. "Rund 50 bis 60 Babys werden pro Jahr in der Schlossberggemeinde geboren", informierte der Rathauschef. Bei Interesse bekommen all die Neugeborenen und ihre Familien wie die Celiks auch ein Lätzchen und eine Liste überreicht, die zahlreiche Infos für junge Eltern enthält. Darauf ist etwa zu finden, wo es Kinderärzte, Krabbelgruppen oder Babyschwimmkurse in der Nähe gibt. In der Arbeitsgruppe haben sich übrigens bereits genügend Ehrenamtliche gefunden, die bereit sind, die Neugeborenen willkommen zu heißen und ihnen die Lätzchen zu überbringen.