Lokales

Köngen steht zu seinen Zuschüssen

Am heutigen Donnerstag wird es interessant: Da entscheidet sich, ob künftig zweierlei Tarife in der Musikschule Köngen / Wendlingen erhoben werden. Dies droht, nachdem Wendlingen aus der bisherigen Zusammenarbeit ausgestiegen ist und den Zuschuss für die Personalkosten der Schule gekürzt hat. Der Köngener Rat steht trotzdem weiter zu seinen zugesagten Zuschüssen für die gemeinsame Einrichtung.

REGINA SCHULTZE

Anzeige

KÖNGEN Scharfe Worte fielen in der Sitzung am Montagabend nicht. Alle Fraktionen im Köngener Gemeinderat bedauerten in höflichen Worten die Wendlinger Entscheidung obwohl sie den Entscheid der Wendlinger Kollegen mit Sicherheit alles andere als erfreut zur Kenntnis genommen hatten.

Wie berichtet, hatten sich die Wendlinger Stadträte aller Gespräche und einem Kompromissvorschlag zum Trotz mit knapper Mehrheit dafür entschieden, den Personalkostenzuschuss für die gemeinsame Musikschule um zehn Prozent zu kürzen. "Köngen muss sich mal danach richten, was wir wollen", hatte Werner Kinkelin, der Fraktionschef der Freien Wähler in Wendlingen, gewohnt markig formuliert.

Nach kurzer Diskussion im Köngener Gemeinderat war am Montagabend klar: "Die Beschlusslage bleibt unverändert." Das bedeutet, dass Köngen bei dem Vertrag bleibt, der die Zuschüsse für die Musikschule zwar deckelt, ihr aber immerhin bis ins Jahr 2009 Planungssicherheit gibt. Wobei schon die Deckelung de facto eine Kürzung bedeutet.

Ein Beispiel: Die gedeckelten Personalkosten für 2003/2004 liegen bei 760 000 Euro. 30 000 Euro mehr wären aber nötig gewesen, um den 31 Lehrkräften der Schule ihr tariflich zugesichertes Weihnachts- und Urlaubsgeld zahlen zu können. 2003 hatte schon der Landkreis Esslingen seine Zuschüsse komplett gestrichen. Auch das Land hatte gekürzt.

"Es ist doch nicht die Frage, ob sich Wendlingen gegen Köngen durchsetzt, es geht doch um die Musikschule", erklärte Wolfgang Vogel, Fraktionschef der SPD, in der Sitzung. "Wir bleiben bei dem, was für die Musikschule schon schmerzhaft genug ist."

Keine weiteren Fürsprecher fand Yvonne Bauder, Vorsitzende der CDU-Fraktion. Sie regte an, dass Köngen für das laufende Jahr den fehlenden Wendlinger Anteil übernehmen sollte. Dabei handelt es sich um 3 000 Euro. "Wir wollen so wenig wie möglich Belastungen für die Musikschule", argumentierte sie. "Ich will nicht den Eindruck erwecken, dass es uns finanziell blendend geht", wehrte sich Bürgermeister Hans Weil gegen Bauders Vorschlag. Zudem stelle sich jedes Jahr dasselbe Problem wieder, wenn Wendlingen bei seinen Vorgaben bleibt.

"Wenn erst einmal der Beschluss fällt, dass es zwei verschiedene Gebühren gibt, wird das nicht mehr zurückgenommen", fürchtet Thomas Kuttler. Der Gemeinderat der Freien Wähler musiziert nicht nur selbst, sein Vater ist Vorsitzender der 1 000 Schüler starken Musikschule.

Gespannt verfolgte Gerd Happe die Diskussion. Der Wendlinger CDU-Stadtrat war einst Vorsitzender der Musikschule und hatte sich entsprechend eingesetzt. "Ich fühle mich im Stich gelassen", gab er seine Stimmungslage wieder.

"Sehr bedauerlich" findet Martin Mayer den Wendlinger Entscheid. Der Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule machte klar, dass der Verein Geld für das Reparieren von Instrumenten sammelt und für das benötigte Klavier, das 5 000 Euro kosten wird. Keinesfalls werde man für die gekappten Zuschüsse einspringen. "Das ist nicht Ziel des Fördervereins."