Lokales

Kommentar

Im ersten Moment drängt sich der Gedanke an blinden Aktionismus auf: Da verbringen rund 70 Menschen aus Verwaltung, schulischen Führungsebenen, Elternschaft, diversen Ausschüssen und gewählte Bürgervertreter zwei ganze Tage miteinander, um die „Zukunft vorauszuplanen“, wie‘s die Oberbürgermeisterin zusammenfasst. – Wohl wissend, dass gerade Unplanbarkeit das Wesen der Zukunft ist. Vom „Risiko des Unberechenbaren“ spricht daher die Stadtchefin mit Blick auf die Zahlenprognosen, der Grundlage aller Überlegungen. Ist bei derlei Unwägbarkeiten so viel Aufwand gerechtfertigt, kann auf solch vager Basis geplant, berechnet, beschlossen werden?

Unbedingt. Mit frühzeitigen Planungen im schwierigen Feld der Schulentwicklung hat die Stadt Kirchheim schon einmal gute Erfahrungen gemacht. – Der Ganztagsbetrieb an Alleenschule und an den KW-Schulen war nur möglich, weil rechtzeitig die damals üppig fließenden Bundesmittel auf der Basis der ersten Schulentwicklungsplanung 2005 umgehend beantragt werden konnten. Noch ehe es ans Geldverteilen ging, stand die Stadt gemeinsam mit den Schulen in den Startlöchern. – Manch andere Kommune blickte neidisch in die Röhre.

Ähnliches könnte sich wieder ereignen. Das Land will einzelne Kooperationen zwischen Haupt- und Realschulen fördern. Auf diesen Topf darf nur hoffen, wer bis Mai eine fundierte Konzeption einreicht. Kirchheim wird auf jeden Fall wieder ins Rennen gehen.

Gewiss führen Großveranstaltungen wie die Schulkonferenz nicht zu schnellen Ergebnissen. Erreicht werden langfristige Ziele: klare Vorgaben zum Weiterarbeiten für die Verwaltung, eine intensive Vernetzung aller Beteiligten und das gute Gefühl, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Ein gutes pädagogisches Klima in der Stadt, hoffentlich sprudelnde Fördertöpfe und die Möglichkeit, notfalls einen Plan B aus dem Hut zu zaubern, bestätigen: Scheinbarer Aktionismus zahlt sich allemal aus. Im Rahmen eines Gesamtkonzepts handelt es sich nämlich um nichts anderes als Weitblick. Irene strifler

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