Lokales

Kommentar

Wirtschaftlich, flexibel, ökologisch: Mit diesen Schlagworten wirbt Stadtmobil Stuttgart für sein Produkt, das Carsharing. Es ist nicht der erste Versuch, die Kirchheimer von der Überflüssigkeit des Zweitwagens zu überzeugen und sie für die gemeinsame Autonutzung zu begeistern. Vor zehn Jahren gründeten ein paar engagierte Bürger eine Carsharing-­Filiale. Nur kurze Zeit später musste sie wieder geschlossen werden, weil sich nicht genügend Menschen fanden, die die Autos tatsächlich nutzen wollten. Das wird dieses Mal nicht passieren.

Im Gegensatz zu vor zehn Jahren hat der Umweltschutz sein Müsli-Image abgestreift. Ökologie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Selbst Discounter führen inzwischen Bio-Ware. Davon kann man halten, was man will. Aber für viele Anbieter dieser ehemaligen Nischenprodukte, die als Marketing-Argument den Umweltschutz ins Felde führen, ist die Entwicklung positiv. Aus diesem Grund haben nun auch die Car­sharing-Verfechter eine Chance, viele Menschen für ihre Idee zu gewinnen. Wer gemeinsam mit anderen ein Auto nutzt, ist heute kein armer Irrer mehr, sondern jemand, der Umweltbewusstsein mit dem Wunsch verbindet, Geld zu sparen. Und das kann nun wirklich fast jeder unterschreiben. ANTJE DÖRR

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