Lokales

Kommentar

Um es vorweg zu nehmen: Dass der Skaterplatz in Holzmaden – wenn überhaupt – erst einmal in abgespeckter Form gebaut werden soll, ist zumindest finanziell gesehen ein guter Kompromiss. Die Art und Weise jedoch, wie das Thema jetzt durch den Gemeinderat geschleust wurde, hinterlässt einen schalen Nachgeschmack.

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Die Erfahrung zeigt, dass es selten hilft, Probleme totzuschweigen. Genau das aber ist bei den Haushaltsberatungen im Holzmadener Gemeinderat geschehen. Um unangenehme Diskussionen zu vermeiden, ist das gesamte Gremium den Weg des geringsten Widerstands, den des Schweigens, gegangen. Das ist ein Irrweg. Denn auch wenn der Gemeinderat nun klammheimlich die Bahn für den Skaterplatz geebnet hat, sind damit längst nicht alle Probleme aus dem Weg geräumt. Gegner des Projekts haben nicht nur den finanziellen Aufwand, sondern auch den Standort in Frage gestellt. Da gehört es sich, im Gemeinderat die Konfliktpunkte, das Für und Wider, öffentlich zu diskutieren und dann eine klare, eindeutige Entscheidung auszusprechen. Dazu besitzt das Gremium die Legitimation der Wähler.

Der Weg des Schweigens ist nicht nur feige, sondern schadet auch der Gemeinschaft, dem Vertrauen und dem friedlichen Miteinander im Ort. Und ob er letztendlich zum gewünschten Ziel führt, ist fraglich. Es bleibt zu hoffen, dass Gegner und Befürworter, Gemeinderat und Verwaltung das Schweigen brechen, sich auf den Wert des Gesprächs besinnen und sich an einen Tisch setzen. Das wäre sicherlich förderlich für den Zusammenhalt im Ort.

BIANCA LÜTZ-HOLOCH