Lokales

Kommentar

Im eigenen Saft zu schmoren, ist für einen leckeren Braten gut, nicht aber für effektive Wirtschafts-Förderung in heutiger Zeit. So war es nur konsequent, das Erfolgsmodell Business Speed Dating, mit dem Kirchheim im vergangenen Jahr weithin von sich reden gemacht hat, auf Nachbarstädte auszudehnen. Mit Nürtingen saß nun ausgerechnet die traditionell größte Konkurrentin in der Region als erster „fremder“ Partner am Tisch. Dies zeigt, dass professionelle Wirtschaftsförderung über jahrzehntelang gewachsenen Animositäten steht. Maike Riesenberg und Monika Lauer sind als „Rei‘gschmeckte“ ohnehin frei von lokalen Ressentiments und haben als erste Wirtschaftsförderinnen im Kreis eine gemeinsame Veranstaltung zweier Städte auf die Beine gestellt. Die Unternehmen bestätigen ihren Kurs: Ruckzuck waren alle 60 Plätze ausgebucht.

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Auf Kirchheimer Seite saß manch ein „Wiederholungstäter“ am Tisch, der schon beim ersten Business Speed Dating mit von der Partie war. Andere sind abgesprungen. Das ist kein Beinbruch, denn die sinnvollste Zielgruppe – kleinere bis mittelgroße Dienstleistungsunternehmen und Agenturen – musste sich erst herauskristallisieren. Für sie werden sich halbjährlich neue Chancen eröffnen, wenn künftig wechselnde Wirtschaftsräume zu Gast sind. Das ist die handfeste Seite der Veranstaltung. Der besondere Charme des Business Speed Datings liegt aber auch in seiner Leichtigkeit: Auch wer keine Geschäftsbeziehung aufbauen kann, erlebt einen kurzweiligen Abend.

Der Versuchsballon Business Speed Dating wurde nicht nur andernorts im Kreis kopiert, sondern ist nach dem zweiten Start in Kirchheim auf dem besten Weg, ein Dauerbrenner zu werden. IRENE STRIFLER