Lokales

Kommentar

Kein Häuslesbesitzer, dessen Patenkind oder Schwiegermutter sich für ein paar Monate bei ihm einquartiert, würde dafür mal eben Riesensummen in Umbauten investieren. In solchen Situationen sind Kreativität und Ideen gefragt.

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Dass man in Nabern nicht allzu kreativ und ideenreich an das Platzproblem im Kindergarten herangegangen ist, so lautet der unausgesprochene Vorwurf der Stadträte. Die Hand auf die städtische Geldbörse hielten diesmal vor allem Rätinnen der Frauenliste und der Grünen. Gerade sie sind völlig unverdächtig, gute Kinderbetreuung leichtfertig opfern zu wollen. Gemeinsam haben sie den Verantwortlichen, allen voran dem Naberner Ortsvorsteher, vielversprechende Stichworte für Alternativlösungen nur so um die Ohren geschlagen. – Überzeugende Gegenargumente blieben aus.

Mag sein, dass letztlich kein Weg an der Investition von über 100 000 Euro für ein Provisorium vorbeiführt. Mag sogar sein, dass das Provisorium eine viel längerfristige Einrichtung wird als momentan angenommen. Das weiß heute keiner. Was man weiß ist aber, dass die Zeiten vorbei sind, in denen sechsstellige Summen einfach so von Verwaltungen und Ortschaftsräten verplant werden können. Das Argument, die Naberner für andernorts entgangene Leistungen quasi im Kindergartenbereich zu entschädigen, darf in finanziell angespannten Jahren schon gar nichts zählen. – Teure Trostpflaster passen nicht in diese Zeit.

Die Räte haben gut daran getan, auf neue Überlegungen und Begründungen zu drängen. Das sind sie den Bürgern schuldig – auch jenen aus Nabern, denn die sind schließlich auch Steuerzahler. IRENE STRIFLER