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Kommentar: Die Eltern sind gefragt

Der Geist ist längst aus der Flasche. Kinder, die ein Handy besitzen, werden immer jünger. Auf dem Schulweg, in der S-Bahn, auf dem Skaterplatz oder in der Stadt – die Smartphones scheinen angewachsen wie ein elektronisches Körperteil. Der Nachwuchs ist stets auf Empfang. Hunderte von WhatsApp-Botschaften müssen täglich gecheckt und beantwortet werden. „Langeweile kommt nie auf!“, moniert die Mutter einer 13-Jährigen. Zeit, Freunde zu treffen ist dadurch rar. Stattdessen verursacht der Zickenkrieg via Handy schon frühmorgens vor der Schule großen Stress.

Wie die Schule, so sind auch die Eltern gefragt, Regeln aufzustellen. Bis zu einem gewissen Alter überfordert man Kinder damit, selbst darüber zu bestimmen, wann sie online sind oder doch besser das Handy abschalten sollten. Die Vorbereitung auf Klassenarbeiten und das Erledigen von Hausaufgaben sind nicht konzentriert möglich, wenn es zur Ankündigung neuer Nachrichten pausenlos auf dem Schreibtisch zwitschert. Auch chronischer Schlafmangel, weil in irgendwelchen Gruppen noch bis Mitternacht spannende Infos ausgetauscht werden, muss nicht sein, und am Esstisch haben elektronische Geräte ohnehin nichts verloren. Die Fachleute sind sich einig: Hin und wieder sollten sich Eltern für das interessieren, was ihre Kinder via Smartphone so verbreiten oder was bei ihnen ankommt. Denn das ist wohl der beste Schutz davor, Täter oder Opfer von Cybermobbing zu werden. ANKE KIRSAMMER

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