Lokales

Gemeinnützig? Von wegen.Kommentar

Auf den ersten Blick ist es löblich, dass der Landkreis Esslingen aus Rücksicht auf gemeinnützige Organisationen keine eigenen Container für Altkleider und -schuhe aufstellt. Wirtschaftlich interessant wäre es zweifellos, das zeigt der Blick in andere Landkreise. Schließlich sind die Kilopreise für abgelegte Kleidung hoch.

Allerdings sollte die Verwaltung genauer hinschauen. Denn nicht überall, wo gemeinnützig drauf steht, ist auch gemeinnützig drin. Auf dem Gelände der Grünschnittsammelstelle in Kirchheim, die der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises betreibt, stehen vier Altkleidercontainer. Keiner davon gehört einer gemeinnützigen Organisation, auch wenn die Beschriftungen teilweise den Anschein erwecken. Zwei Container tragen beispielsweise die Aufschrift „FairCollect“, was irgendwie gemeinnützig klingt, und gehören dem Unternehmen „Glaeser Textil“ aus Ulm. Dieses Unternehmen wirbt zwar damit, Partner karitativer Organisationen zu sein, ist aber in etwa so gemeinnützig wie Aldi oder Daimler. Es sammelt Altkleider und andere Textilien und recycelt sie. Daran ist nichts Verwerfliches. Aber auf solche gewerblichen Sammler muss der Landkreis nun wirklich keine Rücksicht nehmen.ANTJE DÖRR

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