Lokales

Unlösbar, aber lehrreichKommentar

Man kann die Anwohner im Nägelestal gut verstehen: Nicht in der Nähe des eigenen Hauses oder der Wohnung parken zu können und Tag für Tag erneut auf Parkplatzsuche gehen zu müssen, das mag vielleicht in Innenstädten selbstverständlich sein, am Stadtrand nervt es einfach kolossal. Die Attraktivität der Wohnlage Nägelestal basiert nicht zuletzt entscheidend auf der Nähe zur A 8, über die viele täglich ihren Arbeitsplatz erreichen. Autofahren ist hier selbstverständlich, ja geradezu unabdingbar, Etikett „fahrradfreundliche Stadt“ hin oder her.

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Man kann aber auch die Verwaltung verstehen: Der Bebauungsplan Nägelestal gilt schon länger, als die meisten Angestellten und Ratsmitglieder im Amt sind. Er stammt aus Zeiten, als ganze Familien nur ein Auto hatten und Garagen noch nicht durch Rennräder, Surfutensilien und Bobbycars blockiert wurden. Angebote zur Linderung des Parkdrucks erzeugen keine Hurra-Rufe, etwa der Verweis auf freie Tiefgaragenparkplätze oder die Idee, einen – wohl kostenpflichtigen – Sammelparkplatz zu schaffen. Also scheint es im Nägelestal eben doch nicht so schlimm zu sein wie etwa in der Münchner City.

Erst recht kann man die Feuerwehr verstehen: Menschenrettung hat oberste Priorität, und da darf es nicht passieren, dass Rettungsfahrzeuge von parkenden Autos aufgehalten werden.

Kurzum: Im Nägelestal kann allenfalls das Verständnis füreinander geschärft werden. Das Parkproblem lässt sich jedoch nicht zur Zufriedenheit aller lösen. Dennoch können und sollten aus dem Nägelestal Lehren gezogen werden für die Anlage aktueller Baugebiete, um andernorts genau diese Konflikte zu vermeiden, die täglich für Ärger und Unfrieden vor Ort sorgen und zudem die Sicherheit gefährden.IRENE STRIFLER