Lokales

Vertrauensverlust

Der Haussegen hängt schief. Das Votum Weilheims gegen die Holzmadener Gemeinschaftsschuppenanlage ist gleich in mehrerlei Hinsicht bedauerlich. Zum einen müssen sich die Ehrenamtlichen, die in der Urweltgemeinde Streuobstwiesen und Äcker pflegen und so zum Naturschutz beitragen, vor den Kopf gestoßen fühlen. Zum anderen hat die Stadt Weilheim damit eine Menge des Vertrauens verspielt, das über Jahrzehnte hinweg innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft gewachsen ist. Unter den kleinen Kommunen macht sich nun Angst breit – vor einer übermächtigen großen Stadt, die ohne Rücksicht auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kleineren agiert. Dabei – das wurde trotz aller Unstimmigkeiten betont – schätzen die kleinen Gemeinden die Dienstleistungen und die fachliche Kompetenz der Stadt Weilheim sehr. Genau darin liegen ja eigentlich auch Sinn und Stärke der Verwaltungsgemeinschaft: Aufgaben und Kräfte bündeln, Fachpersonal gemeinsam nutzen und im Ernstfall als starkes Bündnis nach außen auftreten. Auf diese Kernaufgaben sollte sich die Raumschaft in Zukunft wieder konzentrieren.

Zunächst aber gilt es, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Das kann nur gelingen, wenn das geschwundene Vertrauen wieder aufgebaut wird – eine schwierige Aufgabe, bei der vor allem Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle gefragt ist. Gelingt es ihm, einen Schritt auf die kleineren Partner zuzugehen, ein offenes Ohr für ihre Bedürfnisse zu haben, sie in Zukunft verstärkt mitzunehmen und ihnen das Gefühl zu vermitteln, sich ernsthaft mit ihren Problemen und Sorgen auseinanderzusetzen, kann die Zusammenarbeit in der Raumschaft auch in Zukunft wieder fruchtbar sein.BIANCA LÜTZ-HOLOCH

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