Lokales

Kommunikation und Funkortung

Zwei Dutzend erfahrene Höhlenforscher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich am Wochenende im Römersteinhaus bei Donnstetten weitergebildet. Im Mittelpunkt eines zweitägigen Seminars standen Höhlenkommunikation und Funkortung.

MICHAEL RAHNEFELD

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RÖMERSTEIN Sie wissen jetzt, was Induktions- und Erddipol-Kommunikation sind, wie eine Tiefenbestimmung durch Feldlinienberechnung funktioniert und damit jeder beliebige Ort in einer Höhle an der Oberfläche festgestellt werden kann. Auf diese Weise lässt sich ein Höhlenplan überprüfen oder der Verlauf einer Höhle an der Oberfläche feststellen.

Zwei Dutzend erfahrene Höhlenkundler aus den Karstgebieten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz übten am Wochenende rund um das Römersteinhaus in Donnstetten sowie in der Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten, was ihnen von Günter Stautz vom Verein für Höhlenkunde in München in Theorie und Praxis beigebracht worden ist.

Zu dem zweitägigen Seminar hatte der Landesverband für Höhlen- und Karstkunde Baden-Württemberg (LHK) geladen, der damit, so Pressesprecherin Petra Boldt aus Schmiechen, bereits sein 25. höhlenkundliches Seminar veranstaltet hat. Organisiert wurde das Wochenende von der Arbeitsgemeinschaft Höhle- und Karst Grabenstetten, unterstützt von den Naturfreunden Botnang, die ihr Domizil zur Verfügung stellten. "Am Ende des Seminars sollte jeder Teilnehmer einen Überblick über die heute verwendeten amateurmäßigen Funk- und Peilmethoden, deren Aufwand und deren Eignung für eigene Zwecke einschätzen können", sagt Petra Boldt. Der angehende "Höhlenkommunikationstechniker" soll damit Ideen und Anreize für eigene Versuche und Konstruktionen bekommen.

Doch nicht nur für erfahrene Höhlenkundler führen der Verband und die ihm angeschlossenen Vereine regelmäßig Ausbildungsveranstaltungen durch, sondern auch für Anfänger und für die Jugendgruppe im Landesverband. Bei vergangenen Seminaren ging es beispielsweise um Fledermausbestimmung, Tektonik oder Höhlenvermessung. "Als Fachorganisation sind wir anerkannter Träger der freien Jugendhilfe der außerschulischen Jugendbildung und werden mit Fördermitteln vom Land unterstützt", freut sich Petra Boldt. Sie fordert höhlenkundlich interessierte Jugendliche dazu auf, sich doch einmal über die Jugendgruppe im Landesverband zu informieren. Dass dort auch der Spaß, gemeinsame Erlebnisse und ein Kennenlernen über die Grenzen Deutschlands hinaus nicht zu kurz kommen, beweisen die internationalen Ausbildungslager in Schelklingen. Im Sommer 2006 treffen sich dort wieder für zwei Wochen knapp 50 junge Leute.

Ziel der Jugendgruppe ist eine vereinsübergreifende Jugendarbeit mit einer höhlenkundlichen Ausbildung, die von kleineren Vereinen oftmals nicht zu leisten ist. Inhalte sind dabei die elementaren Grundlagen der praktischen Höhlenforschung wie die Höhlenvermessung und Dokumentation, die Geologie und Biologie der Höhlen sowie der Befahrungstechnik und der Sicherheit in Höhlen. Weitere Infos im Internet unter www.lhk-bw.de/jugend.htm.