Lokales

Kompetente Helfer in der Not

Routiniert haben die Feuerwehrmänner der Wehren Brucken und Lenningen ihre Hauptübung gemeistert. Dabei standen Menschenrettung und Brandbekämpfung im Vordergrund. Außerdem wollten sich die Abteilungen Brucken und Lenningen der Freiwilligen Feuerwehr mit der Übung am Samstag der Öffentlichkeit als kompetente Helfer in der Not präsentieren.

JULIA GÖRS

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LENNINGEN Der stellvertretende Kreisbrandmeister des Landkreises Esslingen, Jürgen Burkhardt, lobte die Übung als gelungen und betonte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Übungsobjekt für den Probeeinsatz war ein altes Haus in der Kirchheimer Straße in Brucken, das zum Abriss bereit steht. Die verantwortlichen Planer nahmen folgendes Szenario an: Bei Abbrucharbeiten mit einem elektrischen Schleifgerät entstand im Gebäude durch Funkenflug ein Brand. Zwei Kinder werden im stark verrauchten Gebäude eingeschlossen. Außerdem wird beim Versuch, einen Kleintransporter mit Anhänger aus der Gefahrenzone vor dem Haus zu fahren, ein Kind von dem Anhänger überrollt. Der Junge wird unter dem Anhänger eingeklemmt.

Zunächst retteten die mit Atemschutzmasken ausgestatteten Feuerwehrmänner die beiden Kinder aus dem brennenden Haus. Zeitgleich legte eine Gruppe eine Schlauchleitung vom Lauterkanal zur Einsatzstelle und löschte den Brand. Dann befreite eine weitere Einsatztruppe den eingeklemmten Jungen. Dabei kamen zwei Hebekissen zum Einsatz, die unter dem Anhänger aufgepumpt wurden und diesen so weit anhoben, bis das Kind geborgen werden konnte. Das Deutsche Rote Kreuz, Bereitschaft Lenninger Tal, versorgte die drei verletzten Kinder.

Die Übung hatte eher Schaucharakter, nur an zweiter Stelle ging es um die Erprobung des Ernstfalls. "Das hier ist keine scharfe Übung", sagte Kommandant Günther Hummel. Vielmehr soll der Einsatz zeigen, "dass wir was können und jederzeit für die Bevölkerung da sind", beschrieb er das Hauptziel der Übung. Entsprechend war die Einsatzsituation auch nur bedingt realistisch: Normalerweise wissen die aktiven Feuerwehrmänner nicht, welche Situation sie am Einsatzort erwartet. Sie können sich also nicht detailliert auf ihre Aufgaben vorbereiten, sondern müssen spontan handeln. Auch der Ablauf eines "echten" Einsatzes sieht anders aus: Die Rettung des eingeklemmten Jungen würde zeitgleich mit dem Bergen der im Haus eingeschlossenen Kinder erfolgen und nicht nacheinander. Hummel erklärte jedoch, man habe sich bei der Schauübung dazu entschlossen, die Geschehnisse nacheinander ablaufen zu lassen, damit das Publikum alles sehen könne.

In der Manöverkritik stand die Zusammenarbeit der Abteilungen Brucken und Lenningen im Mittelpunkt. Die Übung gemeinsam durchzuführen sei wichtig, "da im Ernstfall beide Wehren auch kooperieren müssen", sagte der stellvertretende Kreisbrandmeister des Landkreises Esslingen. "Ihr beherrscht das Tagesgeschäft eines Feuerwehrmanns, bei Euch ist viel Fachwissen vorhanden", lobte Burkhardt die an der Übung beteiligten Kameraden. Auch Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht zeigte sich zufrieden: Mit den Worten "ich hab's nicht anders erwartet" lobte er die "hervorragende Leistung" und freute sich, dass die zahlreichen Zuschauer "die Anstrengungen der Feuerwehr würdigten".