Lokales

"Kompetenter Vermittler der Belange Hepsisaus"

"Mann der Praxis" und "eigenständiger Kopf" zwei Attribute aus einer Vielzahl von Beschreibungen, die bei der Verabschiedung des Hepsisauer Ortsvorstehers Hermann Bernauer im Vereinsraum der Gemeindehalle fielen. Nach elf Jahren als erster Mann im Dorf nahm der 72-Jährige seinen Hut.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM Vollbesetzte Zuhörerränge und anhaltender Applaus machten deutlich, welche Sympathien Hermann Bernauer mit seiner unkomplizierten Art sowie der Arbeit als Ortschaftsrat und Ortsvorsteher erworben hat. "Es fällt nicht leicht, einen so langen Wegbegleiter zu verabschieden", betonte Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer. In den vergangenen drei Jahrzehnten, der Spanne, in der Hermann Bernauer Mitglied im Ortschaftsrat war, habe sich Hepsisau gut entwickelt, gleichzeitig aber seinen dörflichen Charakter bewahrt. Beispielhaft erinnerte der Schultes an die Flurbereinigung, in die auch der Ort am Zipfelbach eingebunden war, und rief die Erschließung der Gebiete Halde I, II und Lindrain ins Gedächtnis. "Immer wieder haben Sie zu Gemeinschaftsaktionen aufgerufen und wurden von der Bevölkerung tatkräftig unterstützt."

Der Rathauschef nannte die in der letzten Amtsperiode Hermann Bernauers getätigten Investitionen in Hepsisau wie die Erweiterung der Außenanlagen des Kindergartens, die Erneuerung der Küche in der Gemeindehalle samt Sanierung, den Anschluss an die städtische Kläranlage, die Beseitigung von Hochwasserschäden, den Umbau des Erdgeschosses im Rathaus zu Vereinsräumen und den Bau des Skaterplatzes.

"Einsatz, Umsicht und Geradlinigkeit" mit diesen Begriffen beschrieb Hermann Bauer den scheidenden Ortsvorsteher, den er als verlässliches Gegenüber auch für die Stadt Weilheim erlebt habe. "Ihren eigenständigen Kopf haben Sie in den Dienst der Gemeinde gestellt. Sie haben sich um die Ortschaft verdient gemacht und waren im Gemeinderat ein kompetenter Vermittler der Belange Hepsisaus." Als Zeichen der Anerkennung händigte er Hermann Bernauer die Gedenkmünze der Stadt Weilheim in Gold aus.

Auch die erste Stellvertreterin des Ortsvorstehers, Gertrud Schumann, würdigte die Verdienste von Hermann Bernauer, der sich mit Leib und Seele eingearbeitet habe. "Du warst nie nicht zuständig." Als Mann der Praxis habe er die Arbeiten oft selbst in die Hand genommen.

Worte des Dankes gab's außerdem von Ute Stolz, der örtlichen Pfarrerin. Sie fand bei Hermann Bernauer nicht nur offene Ohren für die Belange der Kirche, sondern konnte auch auf die Unterstützung beim Organisieren von Festen bauen.

In gewohnt knapper Manier richtete Hermann Bernauer abschließend Worte an das Gremium und versicherte, sich gerne für seinen Heimatort eingesetzt zu haben. Seinem Nachfolger wünschte er "alles Gute, Erfolg und eine glückliche Hand für das Wohl unseres Dorfes Hepsisau". Wer Bernauers Nachfolge antreten wird, steht indes noch nicht fest. Der Ortschaftsrat einigte sich auf Hartmut Hummel. Über den Vorschlag wird der Weilheimer Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag abstimmen.

Vielfältig gefordert war Hermann Bernauer in den elf Jahren als Hepsisauer Ortsvorsteher. Bei den Kommunalwahlen am 13. Juni trat der 72-Jährige nicht mehr an.

Foto: Jean-Luc Jacques