Lokales

"Komposition für Licht und Wind"

Nach erfolgter Sanierung kann die "Komposition für Licht und Wind" an der Stuttgarter Straße die Blicke wieder stärker auf sich lenken. Das restaurierte Kunstobjekt streckt jetzt wieder seine fünf filigranen Edelmetallstäbe in voller Schönheit in den blauen Sommerhimmel und füllt damit den Raum über der öffentlichen Grasfläche mit spielerischer Leichtigkeit.

KIRCHHEIM Die einzelnen Edelmetallstäbe sollten leicht schräg stehen und nicht an strammstehende Soldaten, sondern eher an Schiffe im Wasser erinnern, deren Masten sich im Wind biegen, beschreibt der Künstler Helmut Stromsky selbst den Eindruck, den sein Werk vermitteln soll. Fünf dünne, glänzende Edelmetallstäbe ragen etwa zehn Meter hoch in den Himmel. Auf halber Höhe ist waagerecht ein schmales Blech angebracht, das sich wie ein kleines Segel im Wind bewegt und damit den Längsstab in Schwingung versetzt. Um diese Schwingungen aufzufangen, ist jeder einzelne Stab mit einem Gegengewicht von einer viertel Tonne beweglich im Boden verankert.

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Im Laufe der Zeit haben zentnerschwere Windkräfte an diesem fragilen, kinetischen Kunstwerk gezerrt und den kleinen Metallsegeln entsprechend stark zugesetzt. Einigen Längsstäben fehlte zudem die Spitze, was der filigranen Komposition viel von dem einstigen Schwung nahm. "Die Kräfte der Natur sollten nicht Arbeitsfaktor sein", erläutert Helmut Stromsky und bringt damit zum Ausdruck, dass es ihm mit diesem Kunstobjekt gerade darum geht, dem interessierten Betrachter einen Eindruck der Leichtigkeit zu vermitteln.

Fasziniert und inspiriert von der Statik eines Grashalmes, hat der Künstler vor etwa zwanzig Jahren die "Komposition für Licht und Wind" entwickelt. Die Entstehung des Kunstwerks sieht Helmut Stromsky als einen Prozess an, in dem er getrieben von der Idee, mit möglichst wenig Material möglichst viel Raum zu füllen nach geeigneten Materialien und Formen gesucht hat, um seine Vorstellungen Gestalt werden zu lassen. Je nach Umgebung, in der das Kunstwerk steht, werden dessen Proportionen relativiert. Die enorme Höhe des Objekts wird den Betrachtern dabei erst dann bewusst, wenn er versucht, sich das Werk in einem geschlossenen Raum vorzustellen.

Den Mitgliedern der Agenda-Gruppe "Runder Tisch Kunst", die sich für die Sanierung des Kunstwerks von Helmut Stromsky engagiert haben, ist die Freude darüber anzumerken, dass das restaurierte Kunstobjekt jetzt wieder den Stadteingang ziert. Alle sind zufrieden, dass sich das Engagement der Agenda-Gruppe für die modernen Kunstwerke in Kirchheim gelohnt hat.

Im vergangenen Jahr wurde die Broschüre "Kirchheimer Kunstweg Modernen Kunst auf der Spur" veröffentlicht. Im Frühjahr dieses Jahres fand die erste Stadtführung zu den Kunstwerken im öffentlichen Raum statt und in loser Folge wurden die einzelnen Kunstobjekte im "Teckboten" vorgestellt. Außerdem bemüht sich die Agenda-Gruppe darum, dass die einzelnen Kunstwerke in Stand gehalten werden, damit sie richtig zur Wirkung kommen können.

Wie das jüngste Beispiel zeigt, können sich die Ergebnisse sehen lassen. Durch das ehrenamtliche Engagement der Agenda-Gruppe konnte mit Unterstützung der Stadt auch schon die Beschilderung des Brunnens von Andre Bucher auf dem Kirchheimer Postplatz erneuert werden. Die "Komposition für Licht und Wind" ist damit bereits das zweite Kunstwerk, für das sich die Gruppe "Runder Tisch Kunst" engagiert hat. Als nächstes Projekt ist geplant, die Kunstwerke von André Bucher, die auf dem Gelände der Eduard-Mörike-Schule in Ötlingen stehen, neu zu streichen und sie künftig so auf dem Schulgelände zu platzieren, dass sie auch gut zu sehen sind.

uk