Lokales

Konflikte schneller undzufriedenstellend ...

Konflikte schneller undzufriedenstellend lösen

Anzeige

Zur Richtigstellung des Begriffs "Mediation":

Wenn der KJR mit seiner "Trainingsinsel" Schulen unterstützend Störenfriede zur Vernunft bringt, dann ist das sicher eine gute Sache. Allein mit professioneller Mediation hat das wenig zu tun. Natürlich muss ein Mediator die Fähigkeit haben, mit Menschen sprechen zu können und dem Gesprächspartner aufzeigen, wie sein Verhalten auf andere wirkt. Wie sagt aber ein altes Sprichwort: "Urteile erst, wenn du beide Seiten gehört hast". Wie viel mehr muss nun ein Mediator, der eben nicht urteilen darf, sondern helfen soll, Konflikte zu lösen, darauf achten, dass er beide Seiten hört, um sie in dem Prozess der Lösungsfindung zu unterstützen.

Mediation ist ein strukturiertes Verfahren zur Konfliktbehandlung, das es den Konfliktparteien ermöglicht, ihre Interessen zu wahren und eigenverantwortlich eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten gerecht wird. Das erfolgt freiwillig, bietet Vertraulichkeit, ist offen für das zu findende Ergebnis und wird von einer dritten Person gesteuert, die selbst keine Befugnis hat, Lösungen vorzuschlagen, geschweige denn anzuordnen. Mit welcher Emotion oft gestritten wird, ist allzu gut bekannt. Dass dabei die eigentliche Sache oftmals in den Hintergrund tritt, ist menschlich. Also, warum nicht eine professionelle Hilfe, die aus diesem Dilemma führt? Die Kirchheimer Volkshochschule veranstaltet einen Kurs "Was wäre, wenn zwei sich streiten und beide gewinnen?" Hier kann man sich darüber informieren, was eine Mediation ist, wie sie abläuft, worin sie sich in den verschiedenen Bereichen wie Schule, Beruf oder Familie unterscheidet, für wen eine Mediation ein geeignetes Verfahren ist und was man tun muss, um den richtigen Mediator zu finden. Es wäre schön, wenn die Medien den Begriff "Mediation", der (noch) nicht geschützt ist, entsprechend platzieren und erklären würden. Denn der immens große Vorteil liegt darin, dass sehr viele Konflikte schneller, zufriedenstellender und vor allem kostengünstiger gelöst werden können. Insbesondere für Schulen bietet sich dieses Verfahren an, um die Streitkultur deutlich zu verbessern.

Jürgen Briem

Kirchheim, Ginsterweg

Terror im Deutschen Wald

Der deutsche Wald wird immer häu ger von einer neuen Spezies von Plagegeistern heimgesucht. Gemeint sind Horden oder auch Einzelexemplare von mit Stöcken bewaffneten Nordik-Walkern. Das vermehrte Auftreten dieser meist weiblichen Exemplare ist an sich ja nochnicht bedenklich. Wohl aber dieVertreter, die sich mir auf sonst ruhigen Waldwegen schon vordem Sichtkontakt durch metallisches, die Ruhe zerschnei dendes Klappern ankündigen.Für mich immer wieder enttäuschend ist es, wenn ich versuche mit einem dieser störenden Plagegeister Kontakt aufzunehmen. Es gelingt mir ganz sel-ten, diese oft gar nicht scheuenund von ihrem Zerstörertum nichts wissenwollenden Tun abzubringen, obwohl diese meist ausgewachsenen sind und reich an Lebenserfahrung sein müssten. Auch mein Hinweis, dass die Gummikappen die sie beim Kauf ihrer Terrorwerkzeuge mitbekommen haben, das Klappern dämpfen und ausserdem noch gelenkschonend seien, wird mit einem verachtenden Blick auf mich stocklosen Störenfried registriert.

Hans Umathum

Kirchheim, Rembrandtweg

Guter Rat ist teuer

Zum Artikel "Gutachten sieht in Einrichtungsverkehr "verfolgungswerten konzeptionellen Ansatz" Probelauf ohne Sieger und Verlierer", im Teckboten vom 17. Juni:

Was der großen Politik schon seit vielen Jahren zur Gewohnheit geworden ist, wenn es darum geht, wichtige Entscheidungen zu fällen und zu realisieren, ist neuerdings auch auf kommunaler Ebene eingekehrt. Unsere Volkstribunen wollen sich nicht mehr auf den eigenen ortskundigen Sach- und Fachverstand verlassen, sondern greifen immer mehr auf den Bauchladen der fraglichen Kompetenz teurer und opportunistischer Ratgebern zurück. Es werden bei nahezu allen Entscheidungen Gutachten eingeholt, die hinsichtlich einer kostengerechten Machbarkeit eher "Schlechtachten" werden und allenfalls für eine Alibi-Funktion gut sind.

Eigenverantwortliches Denken und Handeln zum Wohle der Bürgerschaft ist offensichtlich im Kirchheimer Gemeinderat nicht mehr gefragt. Oder ist diese Eigenschaft den Bürgervertretern (bei wenigen Ausnahmen) vollkommen abhanden gekommen. Einen anderen Sinn kann ich dem Beschluss, den Probelauf für einen Ein-Richtungsverkehr im Alleenring vorerst auf die lange Bank zu schieben, nicht entnehmen.

Für die Geschäfte und Besucher der Innenstadt wurde die Chance der realen Erprobung einer attraktiven und kostengerechten Verkehrsregelung in die Ablage "Papierkorb" geworfen. Einzig und allein hat man den teuren Ratgebern einen Gefallen getan, die ihre Planung wieder einmal so aufwendig angelegt haben, dass sie wegen fehlendem Geld nicht zu finanzieren ist. Statt auf den bestehenden Fahrspuren mit wenig Farbe, einigen Schildern und ein paar Trennbalken den Verkehr in die richtige Richtung zu lenken, wurde das Ratsrund von einer teuren Superlösung des Gutachters geblendet, die zum jetzigen Zeitpunkt und zur Lösung der momentanen Verkehrssituation völlig überflüssig ist. Ein fließender, größtenteils ampelfreier Verkehrsfluss sowie zusätzliche Parkflächen auf freiwerdenden Fahrspuren sollte jetzt das Gebot der Stunde sein. Nur damit kann weiterer Schaden in der wirtschaftlichen Entwicklung Kichheims abgewendet werden. Also wiederum ein Beweis für die These: Guter Rat ist teuer.

Reiner Wiest

Kirchheim, Ludwigstraße

Keine Abschaffungdes Sitzenbleibens

Zum Artikel "Südwest-FDP gibt sich selbstbewusst Attacken gegen die CDU", im Teckboten vom 20. Juni:

Als Delegierter haben ich den Landesparteitag naturgemäß etwas anders erlebt als Andreas Böhme von der Südwestpresse. Vieles ist sicher eine Frage der persönlichen und politischen Einschätzung und des subjektiven Empfindens. Aber man sollte doch zumindest bei den Tatsachen bleiben. Es wurde keineswegs die Abschaffung des Sitzenbleibens gefordert. Die entsprechende Passage in dem beschlossenen Leitantrag zur Bildungspolitik lautet korrekt: "Die FDP / DVP hält die derzeitige Praxis der Nichtversetzung in Baden-Württemberg für nicht zeitgemäß, um Schüler gemäß ihren Fähigkeiten zu fördern und zu fordern. Denn sie ist eine oft schematische Reaktion auf ungenügende Leistungen, die Verantwortung abschiebt und Frusterlebnisse schafft. Stattdessen sollen Schüler mit erkannten Schwächen in einzelnen Fächern frühzeitig durch den Besuch von Förder-, Wochenend- und Ferienkursen die Chance erhalten, ihre Defizite auzugleichen.

Wenn am Ende des Schuljahres eine Versetzung aufgrund bestehender Leistungsschwächen in einigen wenigen Fächern nicht erzielt werden würde, soll der Schüler während der Sommerferien durch ein intensives Schulungsangebot die Chance einer Nachprüfung und damit die Möglichkeit erhalten, doch versetzt zu werden. Gelingt ihm die nicht, so greift die bisherige Praxis der Nichtversetzung weiterhin. Die komplette Abschaffung des Nichtversetzens lehnt die FDP / DVP ab". Ein, wie ich finde, nicht ganz unwesentlicher Unterschied.

Albrecht Ellwanger

FDP - Ortsverbandsvorsitzender

Lindorf, Oberboihinmger Straße