Lokales

"Konjunkturklima bleibt kühl"

"Das Konjunkturthermometer im Handwerk steigt zwar an, es bleibt aber im kühlen Bereich". Auf diesen Nenner bringt Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle den Rückblick auf das Jahr 2005 und den Ausblick auf das Jahr 2006.

STUTTGART Immer mehr Handwerksbetriebe setzen auf das kommende Jahr das Prinzip Hoffung, allerdings sind die harten Konjunkturindikatoren hierfür bisher recht schwach ausgeprägt.

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Zum fünften Mal hintereinander wird das baden-württemberigsche Handwerk das ablaufende Jahr mit negativen Werten bei Umsatz und Beschäftigungen abschließen müssen. Die Umsätze werden um rund eine Milliarde Euro gesunken sein, das entspricht 1,5 Prozent. Auch der negative Beschäftigungstrend setzt sich fort. Möhrle geht von 15 000 Mitarbeitern weniger aus, das sind minus zwei Prozent.

Die rasante Talfahrt von 850 000 Mitarbeitern im Jahr 2000 auf 774 000 im Jahr 2004 sowie die starken Umsatzeinbrüche von fünf Milliarden Euro zwischen 2000 und 2004 konnten in diesem Jahr damit zwar verlangsamt, aber nicht gestoppt werden. "Die leicht anziehende Konjunktur war zu kraftlos, um eine Trendwende zu generieren", sagte Möhrle. Vor allem im ersten Halbjahr sei die Handwerkswirtschaft nur mäßig in Schwung gekommen. Insbesondere das Bau- und Ausbaugewerbe habe unter dem strengen Winter gelitten. Auch für das Kfz-Handwerk habe es im Frühjahr keine Impulse gegeben. Erst im zweiten Halbjahr seien alle Handwerksbereiche von einer Belebung erfasst worden. Vor allem im Bau- und Ausbaugewerbe habe sich eine kontinuierliche Verbesserung der Geschäftslage durchgesetzt. "Insgesamt bleibt das Klima aber eher Kühl, die Stabilisierung vollzieht sich in winzigen Schritten", so Joachim Möhrle.

Für das nächste Jahr prognostiziert der Landeshandwerkspräsident noch einmal einen leichten Beschäftigtenabbau von rund 8 000 Mitarbeitern, was minus ein Prozent entspricht. Beim Umsatz haben wir seit 2000 zum ersten Mal wieder eine Aussicht auf ein schwarzes Ergebnis, sieht Möhrle einen Silberstreif am Horizont. Diese Hoffnung wird im Gegegensatz zur Gesamtwirtschaft nur zu einem kleinen Teil vom Exportwachstum direkt getragen, eher von der wieder steigenden Investitionsbereitschaft der Unternehmen, vermutet er. Die Binnennachfrage werde weiterhin zurückbleiben, dafür könne aber mit vorgezogenen Umsätzen aufgrund der angekündigten Mehrwertsteuererhöhung ab 2007 gerechnet werden. Dieses partielle Wachstum ist dann allerdings ein Kredit zu Lasten der Zukunft, sagte Möhrle abschließend.

pm