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Konkurrierende Prinzipien in geglückter Einheit

KIRCHHEIM Ein weiteres Mitglied des Kirchheimer Kunstvereins, das im Zuge der Aktion "Offenes Atelier" am 14. und 15. Oktober der kunstinteressierten Öffentlichkeit

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FLORIAN STEGMAIEREinblicke in sein kreatives Schaffen geben wird, ist Boba Cvorkov.

In seinen Werken Malerei, Zeichnung und Drahtobjekte scheint vor allem der lineare Duktus die entscheidende künstlerische Schnittmenge zu sein. In seiner Entschiedenheit, seiner bewussten, willentlichen Setzung spricht dieses lineare Element unweigerlich den Verstand des Betrachters an, wohingegen die als malerischer Hintergrund unterlegten Farbflächen oftmals vitale Gelb- und Orangetöne, jüngst auch unbunte Grauabstufungen eher an die Gefühlsebene appellieren und zugleich Räume zu eröffnen scheinen, in denen die teils fragilen, organisch anmutenden Formen zu schweben und schwingen beginnen. Hier treffen zwei scheinbar konkurrierende Prinzipien aufeinander, die jedoch in den Arbeiten von Boba Cvorkov sich zu einer geglückten Einheit aufheben.

Auch in seinen Drahtobjekten greift sich die Linie Raum und weitet ihre Dominanz ins Dreidimensionale aus. Gerade bei den plastischen Arbeiten ist das Mit- und Ineinander-Verwoben-Sein von organischer und anorganischer Form. Kraft seines sensiblen und gleichermaßen souveränen künstlerischen Zugriffs haucht Cvorkov seinen auf den ersten Blick skelettartigen, zerbrechlichen Drahtgebilden ein beeindruckendes dynamisches Leben ein.

Der 1948 im ehemals jugoslawischen Ruma geborene Cvorkov hat seine künstlerische Ausbildung an der Pädagogischen Akademie in Novi Sad erhalten. Seit 1984 kann er auf zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland zurückblicken. In der hiesigen Region dürfte noch seine im Frühjahr diesen Jahrs erfolgte Doppelausstellung mit Gust Dunz in angenehmer Erinnerung sein, ebenso seine repräsentative Einzelausstellung im Wernauer Quadrium im vergangenen Herbst.

In seinem erst vor einigen Monaten frisch bezogenen Ötlinger Atelier für bildnerische Gestaltung und ästhetische Wahrnehmung in der Fabrikstraße 9 bietet Cvorkov unter seinem etablierten Label "Boba Art" auch Workshops und Kreativkurse für Jung und Alt an. Daher wird er die vom Kunstverein ausgehende Initiative der Offenen Ateliers auch nutzen, um am Samstag, 14. Oktober, ab 17 Uhr Arbeiten seiner Schüler zu präsentieren. Am folgenden Sonntag stellt Cvorkov dann seine eigens für diesen Anlass entstandene, auf 15 Stück limitierte Objektedition aus.