Lokales

Konstruktive Empfehlungen für den Ernstfall

KREIS ESSLINGEN Seit den Gewaltereignissen am Gutenberg-Gymnasium Erfurt und an der Friedensschule Waiblingen, beide 2002, und jener anonymen Drohung gegen eine Schule in Baden-Württemberg Anfang Dezember letzten Jahres, ist an den Schulen im Landkreis Esslingen das Thema Umgang mit Gewaltvorfällen aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. "Schulleitungen und Lehrkräfte im Landkreis Esslingen quer durch alle Schularten beschäftigen sich seither intensiv mit Ursachen und Möglichkeiten der Prävention von Gewalt unter Schülern", weiß Anette Kontner, zuständig für Gewaltprävention beim Amt für Schule und Bildung.

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An allen Schulen wurde ein Krisenteam gebildet und ein schulinterner Krisenplan erarbeitet, um im Ernstfall rasch und zielführend zu handeln. Dabei wurden wichtige Daten über die Schulen, wie zum Beispiel die Erreichbarkeit der Schulleitungen, der Hausmeister, der Elternbeiratsvorsitzenden und der Krisenteammitglieder, aber auch Informationen über die Schulgebäude und anderes mehr der Polizei gemeldet. In Lehrerfortbildungen, veranstaltet vom Amt für Schule und Bildung im Februar des Jahres, befassten sich Mitglieder der Schulleitungen und der Krisenteams mit den inhaltlichen Schwerpunkten der schulischen Krisenpläne. Ernst Schrade von der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Landkreises informierte in zwei Veranstaltungen Lehrkräfte zahlreicher Schulen über die Möglichkeiten der präventiven Arbeit zum Thema "Krisen bahnen sich an Wenn zielgerichtete Gewalt entsteht, gibt es immer eine Vorgeschichte".

Mit Fortbildungen und Eltern-Infoabenden für Eltern und Lehrkräfte wurde jüngst das Thema "Mobbing in der Schule durch Schüler" angegangen. Mobbing stellt ein Risiko für Gewaltvorfälle in Schulen dar. "Der Kampf gegen Mobbing ist eine wichtige präventive Maßnahme zur Verhinderung von ernsthaften schulischen Krisen und lässt sich letztendlich nur gemeinsam von Eltern und Schule führen", so Ernst Schrade. Als Nächstes stehen im Juni und Juli 2007 Schulleiterdienstbesprechungen an, über die alle allgemein bildenden und beruflichen Schulen im Landkreis Esslingen von der Polizeidirektion Esslingen und dem Amt für Schule und Bildung über Präventionsmöglichkeiten, über Empfehlungen für den Ernstfall sowie über Auswertung und Umgang mit schulischen Daten durch die Polizei informiert werden. Sie beschließen vorerst die Fortbildungs- und Informationsreihe des Amtes für Schule und Bildung zum Thema "Gewaltprävention Gewaltvorfälle an Schulen". Gewaltprävention bleibt jedoch ein ständiger Arbeitsbereich im schulischen Raum.

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