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"Konzept des Landkreises hat sich bewährt"

Sehr zufrieden zeigte sich der Kreistagsausschuss für Technik und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung mit der Tätigkeit des Kreiswirtschaftsförderers Markus Grupp. Einmütig verlängerte das Gremium dessen Vertrag bis zum 30. September 2010.

RICHARD UMSTADT

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ESSLINGEN Unisono bedankten sich die Fraktionssprecher im Ausschuss bei Kreiswirtschaftsförderer Markus Grupp für die "erfolgreiche" und "sehr gute Arbeit". Ulrich Deuschle (REP) wollte angesichts des breiten Tätigkeitsfeldes des Wirtschaftsförderers diesem gar unter die Arme greifen: "Sind wir mit nur einer Fachkraft optimal aufgestellt?"

Über das "Füllhorn des Lobes" freute sich nicht nur Markus Grupp, sondern auch Landrat Heinz Eininger. "Dass aber von den zuvor größten Kritikern jetzt gesagt wird, 'darf's a bissle mehr sein' lässt verwundern," meinte ein erstaunter Landrat. Organisatorisch sei der Landkreis mit einem Wirtschaftsförderer, der als Partner die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) im Rücken hat, "optimal aufgestellt". Es bedürfe keiner weiteren Fachkraft.

"Das Konzept des Landkreises Esslingen hat sich bewährt", stellte Eininger fest und verwies auf Nachahmer in Böblingen und jetzt auch im Rems-Murr-Kreis. Deshalb hatte die Kreisverwaltung den Antrag gestellt, Grupps Arbeit durch einen Fünf-Jahres-Vertrag bis Ende September 2010 zu sichern. Für den Landkreis ändert sich dadurch finanziell nichts, da die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen als Sponsor bereit ist, jährlich 55 300 Euro beizusteuern.

Dass die Wirtschaftsförderung im Landkreis Esslingen ein sehr breites Feld ist, ging aus dem Tätigkeitsbericht von Markus Grupp hervor. Schlaglichtartig beleuchtete er seine Aktivitäten wie die Standortvermittlung, Ausbildungsförderung, Organisation des Innovationspreises, Veranstaltungen für Unternehmen wie zum Beispiel die Initiative "Wirtschaftsförderung Neckaraufwärts", Unternehmerseminare zur EU-Osterweiterung in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse, Standortwerbung auf der Expo Real in München, Standortmarketing bei Regionalmessen wie dem "Schwäbischen Fleiß" in Wernau und "Bauen und Energie" in Esslingen sowie Tourismusförderung und -werbung für den Albtrauf.

Als einen der wichtigsten Bausteine im Standortmarketing der kommenden Jahre bezeichnete Markus Grupp, seit knapp drei Jahren im Amt, die neue Landesmesse auf den Fildern. "Mit dieser Messe und dem benachbarten Landesflughafen direkt an der Autobahn A 8 verfügt der Landkreis Esslingen über eine Bündelung an Standortfaktoren, die in dieser Kombination einmalig in Baden-Württemberg und wohl auch darüber hinaus sind". Deshalb seien bereits erste Gespräche mit Stuttgart, der WRS und der Messegesellschaft geführt worden. So ist geplant, die messenahen Dienstleistungen in Form eines Kompetenzatlasses im Internet darzustellen und bei der Messe anzudocken. Darüber hinaus werde darauf hingewirkt, den Landkreisen und Kommunen der Region Stuttgart bei der neuen Messe eine Präsentationsmöglichkeit zu geben.

Auch ein sportliches Großereignis soll für den Landkreis im Marketingbereich nicht ungenutzt über die Bühne gehen: die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Der Kreiswirtschaftsförderer steht hier in engem Kontakt mit dem Geschäftsführer der Regio Stuttgart Tourismus und Marketing GmbH, Lindemann, der zugleich touristischer Sprecher der zwölf WM-Städte ist. Unter Mitwirkung des Geschäftsführer findet im Herbst eine Veranstaltung in Neckartailfingen statt zum Thema "Fußball-WM 2006 Chancen für den Mittelstand". Der Landkreis wird außerdem mit dem Hospitality-Programm zur Fußball-WM kooperieren. Ziel ist es, Unternehmen im Kreis eine Präsentationsmöglichkleit im Rahmen der WM zu geben.

Vom 10. bis 12. Oktober ist der Landkreis Esslingen wieder auf der Expo Real, der internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien, vertreten. Der Landkreis wird sich daran wieder mit Gewerbegebieten, unter anderem dem Kirchheimer Kruichling, beteiligen.

Ein anderer Schwerpunkt beim Thema Ausbildung ist 2005 die Aktion "BetriebsFerien". Hier haben Jungendliche die Möglichkeit, in den kommenden Sommerferien 31 Betriebe, darunter auch Firmen in Kirchheim und Umgebung, sowie Ausbildungsberufe unterschiedlicher Branchen im Kreis kennen zu lernen. Dazu liegen bereits über 500 Anmeldungen vor, wie Markus Grupp dem Kreistagsausschuss berichtete.